Moral, Ethik, Entscheidungen, Freiheit, Regulierung und was ich möchte.

Hier meine persönlichen und konvergierenden Erkenntnisse zur Ethik & Moral

1. Moral und Ethik

Immer mehr beginne ich zu verstehen, dass Moral und Ethik zwei böse Schwestern sind, denen es nicht gefällt, wenn andere „Lust“ empfinden. Die ältere Schwester heißt Moral und richtet seit Urzeiten beliebig viel Unheil an. Ihre jüngere Schwester, die “Ethik“ meint es besser. Sie versucht zu retten, was ihre ältere Schwester “Moral” angerichtet. Nur zu oft macht sie es aber schlimmer nach dem Motto „gut gemeint aber schlecht“ gemacht.

Mit diesem Bild will ich sagen, dass die Moral ursächlich für vieles Schlimme ist und der Anspruch der Ethik, es besser zu machen, nicht funktioniert. Am Schluss kommt immer wieder eine Moral mehr dabei heraus.

2. Moral und Entscheidung

In meinem Weltbild habe ich lange Entscheidungen vor allem im Spannungsfeld von Ratio (Fakten, Bewertung, Folgerung, Kopf) und Intuition (Emotion, Gefühl, Bauch) gesehen. Wobei ich die Heuristik der Intuition zugeschlagen habe.

Mittlerweile sehe ich immer klarer, dass es noch eine dritte, oft ungeheure mächtige Einfluss-Größe gibt. Das ist die Moral, die immer wieder Entscheidungen gegen den gesunden Menschenverstand bewirkt.

Das habe ich im eigenen Leben zu oft erlebt. Alle falschen Entscheidungen, die ich getroffen habe, sind mit moralischen Argumenten durchgesetzt worden. Und ich habe wesentlich genau unter diesen Entscheidungen gelitten!

Und wenn ich heute den Menschen beim Konsens finden und Entscheidung machen bewusst zuhöre, dann bemerke ich immer mehr, dass die ausgetauschten Argumente überwiegend moralischer Art sind und nicht aus der Vernunft stammen, nicht dem gesunden Menschenverstand folgen und auch nicht der Heuristik oder Intuition. Das finde ich bestürzend. Nein, die Moral dominiert die Entscheidungen.

3. Moral und Regulierung

Mir ist bewusst geworden, wie sehr wir im einfachen Reden und Sprechen wie im Denken und Argumentieren laufend moralisieren und wie sehr wir von Moral und vielen kleinen und großen Moralismen geprägt sind. Zudem bilden Systeme, in denen wir leben,massive kollektive Konstrukte aus, die uns weiter “moralisch” beeinflussen und prägen. Eine Folge des ungebremsten Moralisierens in unserer Welt ist eine grauenhafte Überregulierung. Insgeheim fordern wir sie selber ein (damit die anderen es endlich richtig machen), oft entsteht diese einfach aus Angst vor der Veränderung und dem Fremden.

So fordern wir Dinge ein, die wir aber gar nicht wollen. So ist ein Prozess entstanden, der zu Lasten der Freiheit bis hin zum Verlust derselbigen geht. Das gefällt mir überhaupt nicht, nur weiß ich nicht, wie ich das ändern kann.

4. Was ich möchte!

Ich möchte gerne in einer entwickelten und aufgeklärten Gesellschaft in Freiheit leben. Dies gerne auch nach vernünftigen Regeln. Ich habe aber immer mehr den Eindruck, dass gerade bei uns diese Entwicklung zurzeit nicht mehr stattfindet. Schlimmer, wir sind da zurückgefallen und geben so unnötiger Weise unsere mühsam errungene “Freiheit” wieder Schritt für Schritt auf. Und das darf nicht sein.

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Autor: Roland M. Dürre

In meiner aktiven Zeit als Programmierer war ich so etwas wie ein IT-Pionier der 3. Generation. Gemeinsam mit Wolf Geldmacher habe ich die InterFace AG gegründet. Ich bin Fußgänger, Radfahrer, Mensch, Tagelöhner, Familienvater, Reisender zwischen den Welten, Schüler von Rupert Lay und vielen anderen - und nebenher Unternehmer. Ich mag das Leben, schätze das Nachdenken, bin für das Stellen von Fragen, für Aufklärung und Frieden. Dogmen und "moralisierende Moral" machen mir Unbehagen. Mein Ziel ist Mutmacher sein, Freude zu haben, Feindseligkeit und Angst bei anderen und bei mir selbst zu reduzieren. Mein handlungsleitender Wert: „Handle und entscheide dich so, dass die Regeln, nach denen du handelst, dir in der Mehrzahl der Anwendungsfälle helfen, eigenes und fremdes personales Leben eher zu mehren als zu mindern.“

2 Gedanken zu „Moral, Ethik, Entscheidungen, Freiheit, Regulierung und was ich möchte.“

  1. Ich bekam auf Facebook diesen passenden Artikel dazu:

    Das Gute als Ethik und Moral

    Das Symbol für einen Paragraphen ist „§“. Man beachte, wie man zwei Bewegungen oder Ströme hineindeuten kann: eine S-förmige Strömung, die von oben kommt und auf eine S-förmige Strömung trifft, die ihr von unten begegnet. Am Berührungspunkt bildet sich ein „Hohlraum“, eine Öffnung, gebildet aus beiden Strömungen. Und wir Menschen, so nebenstehendes Bild, hängen mit unserem Geist mittendrin in dieser Öffnung. – Mir gefällt diese Deutung. Sie kommt von mir (lacht …)

    Diese beiden Strömungen sollen natürlich für die „Bewegungen des Guten“ stehen. Ich verstehe das Gute oder die Gutheit als eine in der Tat transzendente Qualität, als etwas, was dem menschlichen Wesen bereits geschenkt wurde, unabhängig von Erziehung und Sozialisation. Die „von oben“ kommende Strömung der Gutheit bezeichne ich als Ethik; die „von unten“ kommende als Moral. Das, was von oben kommt, hat transzendierenden oder transpersonalen oder überindividuellen Charakter; das, was von unten kommt, hat individuellen Charakter. So trifft – in jedem Wesen – individuelle Moral permanent auf eine transzendierende Ethik – und umgekehrt. Und all dies geschieht von Moment zu Moment in jedem Menschen.

    weiter: http://www.carsten-rachow.de/das-gute/als-ethik-und-moral/

  2. Und noch was von Prof. Pompey mit seiner Zusammenfassung in Freiheit statt Überregulierung und Überkontrolle :

    Die Überregulation ist eine Folge des mangelnden Vertrauens in das sozial-moralische Verhalten der Mitmenschen, der Politiker, der Verwaltungen und der Unternehmen. Die beschriebene Überregulation bzw. Überkontrolle und die fehlende wie verschwundene sozialmoralische Selbststeuerung nehmen der schöpferischen Kraft und der Revitalisierung der Gesellschaft den erforderlichen Schwung, ja führen zu Frustration und damit zur Blockierung jedweder sozialen Kreativität. Auf einen kurzen Nenner gebracht: die fehlende sozial-moralische Selbststeuerung der Gesellschaft bewirkt Überregulation und Überregulation lähmt die Kreativität und Produktivität sozialer wie ökonomischer Leistungen.

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