Augenzeugenbericht von der Premiere des Films AUGENHÖHE

Und ich wünsche mir, dass dieser Film von möglichst Vielen gesehen wird, so dass die Transformation in der Arbeitswelt weiter voran schreitet und sich damit das Bild von Führung wandelt. Zur Gesundung von Leib und Seele und damit auch der Wirtschaftlichkeit …

Ich war letztes Jahr das erste Mal bei einer Filmpremiere dabei. Motiviert dabei zu sein war ich gleich dreifach:

  1. Der Film hat für mich das Potential, die gerade anstehende Transformation unserer Gesellschaft hin zu mehr Selbstbestimmtheit stark zu unterstützen. Ich gehe davon aus, dass er sich viral verbreiten wird und damit das in ihm schlummernde Mem, sich noch mehr auf Augenhöhe zu begegnen, so dass Arbeit auch für Alle ein wichtiger Teil des Lebens werden kann, in viele Köpfe festsetzen wird.
  2. Ich habe drei Mitglieder des Projektteams in den letzten zwei Jahren im Rahmen meiner Teilnahmen an Veranstaltungen von Stypes = Selbstbestimmten Typen des intrinsify!me-Netzwerkes kennenlernen dürfen. Somit konnte ich auch schon früh die Entstehung der Projektidee ein wenig mitverfolgen.
  3. Ich hatte mich zur Unterstützung des Projekts das erste Mal an einem Crowdfunding via startnext beteiligt, sobald es dort eingetragen war. Und da freute es mich besonders, dass es das viert-erfolgreichste Funding in Deutschland und das 15-erfolgreichste der Welt in 2014 wurde, denn es sind über 50.000 € zusammen gekommen.
Museum der Arbeit in Hamburg
Museum der Arbeit in Hamburg

Eine Currywurst war es, die uns am Ende in das Museum für Arbeit in Hamburg als Austragungsort kommen lassen. So berichtete die Chefin des Museums. Denn sie hatte Silke, eine der fünf Macher des Films, „über einer Currywurst“ auf einer Veranstaltung kennen gelernt und dabei hatten sie die Idee geboren, die Premiere an diesem so passenden Ort stattfinden zu lassen:

Das Museum zeigt nicht nur den bisherigen Wandel der Arbeit an Beispielen wie dem Druckereiwesen oder der Kontorei, sondern möchte auch Ausblicke in das Arbeiten im 21. Jahrhundert geben. Und ein solcher Ausblick ist der Film AUGENHÖHE.

Das Museum bot auch ausreichend Platz für die immerhin 400 Premieregäste. Unter denen fand ich doch eine Reihe mir alter Bekannter wieder, und auch einige, mit denen ich bisher nur über die sozialen Netzwerke Kontakt hatte. Und so gab es viel Raum, das Netzwerken im Realen weiter zu betreiben. Die Besucher kamen aus ganz Deutschland und sogar aus den deutschsprachigen Nachbarländern.

Die Macher von Augenhöhe (v.l.): Philipp Hansen, Ulf Brandes, Daniel Trebien, Silke Luinstra, Sven Franke
Die Macher von Augenhöhe (v.l.): Philipp Hansen, Ulf Brandes, Daniel Trebien, Silke Luinstra, Sven Franke

Der Rahmen war passend zum Thema des Films: Die Kleidungsempfehlung war, sich so zu kleiden, dass man sich wohl fühle. So reichte die Kleidung vom klassischen Outfit für den Theaterbesuch bis hin zum legeren Jeanslook. Essen und Trinken wurde selbstorganisierend von einer Auslage beschafft und wieder dorthin entsorgt. Es gab Stehtische, so dass ein Wechsel von einem Tisch zum nächsten zwecks Kennenlernens leicht war. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich, dass auch die Kinder der fünf Macher um uns wuselten und sicher auch ihren Teil zu einer sehr offenen und authentischen Stimmung beitrugen.

Lars Vollmer während seiner Laudatio, links neben der Bühne steht Silke Luinstra (Foto: Martin Bartonitz)
Lars Vollmer während seiner Laudatio, links neben der Bühne steht Silke Luinstra (Foto: Martin Bartonitz)

Nach einer kurzen Vorstellung der Filmgenese durch die gut aufgelegte Silke Luinstra sowie einer Danksagung an alle Beteiligten, soll heißen an die Firmeninhaber, die sich in ihre Karten schauen ließen, sowie an die vielen weiteren helfenden Hände, hielten die beiden Initiatoren des intrinsify!me-Netzwerkes Lars Vollmer und Mark Poppenborg in den beiden großen Räumen parallel die Laudatio:

Für Lars Vollmer, der in seiner Laudatio viele warme Worte für das Projekt fand, macht der Film und das dahinter stehende Projekt ein “gigantisches Fass” auf. Er erfülle drei Zwecke: erstens erfülle der Film eine gesellschaftliche Relevanz, die kaum mehr aufzuhalten sei, zweitens dokumentiere er Fortschritt und drittens würde er Mut machen, neue Wege zu gehen. “New Work ist nicht nur Bestandteil hipper Berliner Startups”, so Vollmer – und das zeigt der Film zweifelsohne. Es gehe in Zukunft darum, für alle Beteiligten (Mitarbeiter, Eigentümer und Kunden) wirtschaftlich tragbare Unternehmen zu gestalten – mit “Gutmenschentum” habe das recht wenig zu tun. (Quelle: Bericht von Isabella Pfister

Und dann war es so weit. Licht aus, Film an, Emotionen auch, aber schaut selbst:

Nach der Filmvorführung, der von einigen Lachern und viel Beifall begleitet wurde, forderte uns Silke auf, uns zu viert oder fünft an einem Tisch über das Gesehene auszutauschen. Dazu lag schon ein Zettel mit drei Fragen zur Anschub bereit. Und schon ging es los, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Und so gelang das Zusammenrücken als gute Basis für den weiteren offenen Abend noch weiter.

Interessant war, dass ich einige Male die Kritik gerade von Journalisten hörte, dass der Film ihnen nicht konkret genug war. Ihre typischen fünf Ws waren nicht alle beantwortet. Auf der Website des Films, der für den privaten Gebrauch unter einer offenen Linzenz steht, wird auch gleich die Begründung erklärt: Der Film solle kein Schubladendenken offerieren sondern Gedanken-offen viele kleine Denkanstöße anreichen, die den Raum für einen anschließenden Workshop oder Open Spaces öffnet. Mitmachen: Film vorführen und anschließend drüber sprechen.

Empfangsmännchen bei it-agile
Empfangsmännchen bei it-agile

Open Space ist dann auch gleich noch das Stichwort für die Fortsetzung am nächsten Tag. Ilja Preuß von der it-agile hatte in die Räume der Firma, die übrigens auch in dem Film hätte vorkommen können, eingeladen, den roten Faden gleich weiter zu spinnen. Und so waren wir heute nochmals etwa 40, die Themen rund um das Führen und miteinander Wirken im 21. Jahrhundert im Open Space Format weiter besprachen. Und das Ambiente ging kaum energetisierender, denn wir hatten vom 5. Stock direkt an der Elbe einen sagenhaften Ausblick auf das Hafengeschehen.

Für mich war das ein sehr gelungener Abend!
Und einen genauso gelungene Fortsetzung am nächsten Tag!
Danke, dass ich dabei sein durfte!

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Und ich wünsche mir, dass dieser Film von möglichst Vielen gesehen wird, so dass die Transformation in der Arbeitswelt weiter voran schreitet und sich damit das Bild von Führung wandelt. Zur Gesundung von Leib und Seele und damit auch der Wirtschaftlichkeit …

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Autor: Dr. Martin Bartonitz

Mitinitiator der Initiative Wirtschaftsdemokratie.
Geboren 1958 und aufgewachsen in Dortmund, am Rande des Kohlenpotts, einem Schmelztigel während der Gründerzeit eingewanderter Menschen.
1992 nach der Promotion in experimenteller Physik gewechselt von der Messprozess- in die Geschäftsprozesssteuerung.
Mit Blick auf die Erfahrungen in der Optimierung der Effizienz von Prozessen in der Bürowelt kam in den letzten Jahren immer mehr die Erkenntnis: Das Business machen die Menschen. Und wenn nur nach der Effizienz geschaut wird, dann wird auch noch die letzte Motivation in den Unternehmen zerstört.
Daher sollten Organisation und auch die eingesetzte Software die Menschen in ihrer Kreativitität unterstützen und sie nicht knechten. Selbstbestimmtheit statt Fremdbestimmung sollte uns den nächsten Schub in unserer gesellschaftlichen Entwicklung bringen. Aufgrund dieser Überzeugung schreibe ich hier mit.

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