Vom Getriebensein durch Zahlenunterschreitungsangst …

„Wetteifer ist wie freudiges Wollen, Wettkampf wie getriebenes Müssen …“ – Prof. Gunter Dueck

Mein Lieblingsquerdenker Gunter Dueck bringt unser ökonomisches Konzept des Konkurrierens auf den Prüfstand gestellt:

… Ich möchte in dem Begriff Wetteifer das Bestreben sehen, sich selbst zu erhöhen, selbst herausragen zu wollen, großen Ideenentwürfen und Vorbildern zu folgen, das Beste zu tun, was von mir getan werden kann. „Der Mensch erhöhe sich selbst zu Lobenswertem.“ Es geht dabei nicht um Konkurrenzkampf und Rivalität, nicht um Vergleichsneid, triumphalen Narzissmus oder destruktive Loser-Verhöhnung.

Wetteifer speist sich aus innerer Herzblutenergie, Wettbewerb aber vom Druck aus allen Richtungen – da schielen wir auf Andere, fühlen den Schmerz des Getretenen und fürchten das Ausgestoßenwerden. Viele zitieren meinen Spruch „Innovation ist wie Wollen, Wandel wie Müssen“ im Internet – der ist auch hier analog richtig: „Wetteifer ist wie freudiges Wollen, Wettkampf wie getriebenes Müssen.“ Besonders in großen Firmen hören wir oft: „Wir sind Getriebene der Geschäftsprozesse, wir arbeiten Event-getrieben, um zu bestimmten Zeitpunkten die geforderten Zahlen präsentieren zu können. Es herrscht Zahlenunterschreitungsangst. …“

gefunden in: Mensch kommt von innen

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Autor: Dr. Martin Bartonitz

Mitinitiator der Initiative Wirtschaftsdemokratie. Geboren 1958 und aufgewachsen in Dortmund, am Rande des Kohlenpotts, einem Schmelztigel während der Gründerzeit eingewanderter Menschen. 1992 nach der Promotion in experimenteller Physik gewechselt von der Messprozess- in die Geschäftsprozesssteuerung. Mit Blick auf die Erfahrungen in der Optimierung der Effizienz von Prozessen in der Bürowelt kam in den letzten Jahren immer mehr die Erkenntnis: Das Business machen die Menschen. Und wenn nur nach der Effizienz geschaut wird, dann wird auch noch die letzte Motivation in den Unternehmen zerstört. Daher sollten Organisation und auch die eingesetzte Software die Menschen in ihrer Kreativitität unterstützen und sie nicht knechten. Selbstbestimmtheit statt Fremdbestimmung sollte uns den nächsten Schub in unserer gesellschaftlichen Entwicklung bringen. Aufgrund dieser Überzeugung schreibe ich hier mit.

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