Kompetenzschulung ist Affen-Dressur!

Massenhaft werden Zirkustiere dressiert, die kooperativ sein sollen, ohne an den Wert Kooperation zu glauben.

Stärken sollen aber nicht anstrengend sein, sondern leicht fallen. Deshalb docken sie immer harmonisch an Emotionen an und werden stark und stärker, wenn sie Werten entsprechen. Aber was, wenn das berufliche Umfeld etwas Anderes erwartet? Dann droht die Kompetenzschulung! Frauen, die sich für Führungspositionen bewähren sollen, werden in solchen Trainings Schritt für Schritt umgemodelt und zum Affen gemacht. Sie sollen beispielsweise „Biss entwickeln“. Das üben sie in Rollenspielen und werden dadurch vielleicht im Moment auch „besser“ im Sinne des erwünschten Verhaltens. Aber nicht dauerhaft! Und zum Wohlbefinden trägt das schon gar nicht bei.

Das antrainierte Bissig-Sein bereitet keinen Spaß, vielleicht macht es sogar Angst, möglicherweise erzeugt es das Gefühl von Unsicherheit. Man schult in Unternehmen “soziale” Kompetenzen und Verhalten vielfach wie die Merkel-Handschalen-Bewegung. Dabei wäre Dialog und Reflexion, zum Beispiel nach David Bohms „Tiefer Dialog“ (nach dem Buch Der Dialog: Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen) viel sinnvoller. Aber auch risikoreicher. Es würde das Ende der Dressur bedeuten. Wer das riskiert, meint es mit “Augenhöhe” wirklich ernst.

Im Moment bekommen die Firmen lauter trainierte Affen. Das sehe ich jetzt gerade bei agilen Kompetenzen, die alle Firmen ihren Managern lehren wollen. Massenhaft werden hier Zirkustiere dressiert, die kooperativ sein sollen, ohne an den Wert Kooperation zu glauben. Die zukunftsträchtige Ideen fördern sollen, ohne sich selbst für Zukunftsthemen zu interessieren. Oder, die sich menschenorientiert verhalten sollen, ohne sich wirklich für Menschen zu interessieren.

Fundstelle: Wie Affen im Zirkus: Warum viele Mitarbeiter und Manager dressiert werden – und wie Sie sich befreien könnten von Svenja Hofert

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