Nachlese: Stakeholder Engagement –  Nachhaltigkeit weiterdenken, gemeinsame Ziele erreichen –

Ich habe letzte Woche an dem empfehlenswerten Seminar Stakeholder Engagement teilnehmen dürfen, von dem ich kurz berichten möchte. Das Seminar wurde angeboten vom Potsdamer Collective Leadership Institute, das sich mit Methoden befasst, wie Änderungen in gesellschaftlichen Strukturen nachhaltig bewirkt werden können, seien es Organisation wie Firmen, Regierungsinstutionen oder Nichtregierungsorganisationen.

Mit welchem Anliegen ging ich ins Seminar

Ich bin als Produktmanager mit weiteren Teammitgliedern in unserem Unternehmen im Gedankenaustausch mit vielen Stakeholdern, die mit unserer Software aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu tun haben und ihren Bedarf daran formulieren. Unsere Herausforderung ist es daher, mit diesen Stakeholdern gemeinsam unsere Strategie zu schärfen, damit wir alle nachhaltig am Markt aktiv sein können. Um unsere Stakeholder beim Namen zu nennen: neben den Kunden und Partnern zählen innerhalb der OPTIMAL SYSTEMS die Vertriebsbeauftragten für die deutschsprachigen Länder und jener für den internationalen Bereich, die Berater, die die Software bei den Kunden projektbegleitend in die Produktion bringen, der Support, der die „Kühe wieder vom Eis“ holt, die Entwicklung, die ihre technischen Aspekte voranbringen möchte. Alle diese Stakeholder haben ihre besonderen Ziele und fordern. So ist es wichtig, die Entscheidungen für und wider eine Anforderung so zu treffen, dass diese von allen Beteiligten gut nachvollzogen werden kann.

Praktische Arbeit an konkreten Projekten

Was das Seminar für mich so spannend machte, war die große Spannbreite der Projekte, mit denen sich die Teilnehmer beschäftigten. Denn durch die Variationen der Perspektiven wurde das Denken für mögliche Lösungen im Entscheidungsprozess immer wieder befeuert. So lernte ich u.a. durch praktische Arbeiten an unseren Projekt über eine Maßnahme des WWF in Afrika, in dem fünf Staaten durch Fördermittel der KWF eine Berichtsplattform erstellen, die zur Steuerung Zwecks Stabilisierung von Umwelt und Wirtschaft in ihren gemeinsamen Schutzgebieten rund im die Viktoriawassserfälle dienen soll. Ein Projekt der „Nachlese: Stakeholder Engagement –  Nachhaltigkeit weiterdenken, gemeinsame Ziele erreichen –“ weiterlesen

Vertraue und durchschaue! Mit Luhmann gegen den Oldwork-Kater (Teil 2)

Folge 2 der vierteiligen Serie: Dieses Mal geht es um den Mut, den Vertrauen voraussetzt. Um die Unvermeidbarkeit von Risiken. Und um die moderne Erscheinungsform Systemvertrauen und dessen Zukunft: Das durchschauende Vertrauen, essenziell für alle auf Selbstverwaltung und Partizipation zielenden Organisationen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf arbeit:morgen

Im letzten Teil hatten wir festgestellt, dass Niklas Luhmann und seine Überlegungen zu Vertrauen ein probates Mittel sein können, um den Oldwork-Kater zu verscheuchen, der sich manchmal einstellt, wenn die schönen neuen Ideen von einer gleichberechtigten, menschlicheren und gerade deshalb produktiveren und innovativeren Arbeitswelt von grimmigen Skeptikern zertrampelt werden wie junger Salat. Luhmann, so erfuhren wir, hält nämlich Vertrauen – und damit einen ‚weichen‘ Faktor – für die entscheidende Zutat einer modernen Welt, die darauf angewiesen ist, in Zukunft immer mehr Komplexität zu bewältigen. Es geht nur mit Vertrauen, sagt Luhmann, und tendenziell brauchen wir immer mehr davon.

In dieser Folge gehen wir nun ans Eingemachte und schauen uns noch einmal genauer an, was die ‚riskante Vorleistung‘ Vertrauen eigentlich bedeutet. Vertrauen hat es nämlich in sich. Vom Grundsatz her ist es riskanter als ein hochkompliziertes Finanzprodukt, das man erwirbt, in der Hoffnung damit Gewinn zu machen. „Vertraue und durchschaue! Mit Luhmann gegen den Oldwork-Kater (Teil 2)“ weiterlesen

Geht es bald auch ohne Chefs?

Die Entscheider in Unternehmen seien zunehmend von der Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse und der Komplexität der Situation überfordert.

so schreibt Sven Astheimer in seinem Artikel “Entscheidungsfindung -Der Publikumsjoker für den Chef” veröffentlicht im Online-Portal der Frankfurter Allgemeine.

Mich wundert es manchmal, dass sich überhaupt noch jemand traut, etwas zu entscheiden.

so Prof. Peter Kruse. Um wichtige Entscheidungen aber nicht zunehmend aus dem Bauch heraus treffen zu müssen, sei die Einbeziehung des Kollektivs die beste Alternative. „Wer das nicht hinkriegt, bekommt ein grundlegendes Problem in komplexen Situationen.

In dem Artikel Warum ist der Publikumsjoker stets erfolgreicher als der Expertenjoker, veröffentlicht in der November/Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Führung + Organisation (zfo) weist Heiner G. Koppermann, Managing Director der SwarmWorks Ltd. darauf hin, dass es mathematisch nachweisbar ist, dass bei einer genügenden Menge an Halbwissenden diese in Summe annähernd die notwendigen 100% Wissen zur Lösung eines Problems aufbringen.

Wenn Mitarbeiter nur an der seitens der Firmenleitung ausgegebenen Strategie mitarbeiten dürfen, so können diese, wenn die Strategie nicht aufgeht, leicht sagen: “ich hab´s ja kommen sehen, aber man hat mich ja nicht gefragt”. Der Rechtsschutzversicherer Arag ist daher während einer seiner Führungskräftekonferenz einen anderen Weg als bisher gegangen. Herr Astheimer berichtet in seinem Artikel dazu: „Geht es bald auch ohne Chefs?“ weiterlesen

Vertraue! Mit Luhmann gegen den Oldwork-Kater (Teil 1)

Eine Serie über Vertrauen und darüber, warum es für partizipative Organisationsformen handfeste Gründe auch jenseits der betriebswirtschaftlichen Rentabilität gibt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei arbeit:morgen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht geht es Ihnen ja wie mir. Sie horchen auf bei Begriffen wie Partizipation am Arbeitsplatz, mitarbeitergeführten Unternehmen, Selbstorganisation, Unternehmensdemokratie oder ‘teal organization’. Sie haben schon deutlich mehr als einmal den Hashtag #ZukunftderArbeit oder wahlweise #ArbeitderZukunft und aus bloßem Interessen auch noch #Arbeiten40 in die Suche bei Twitter eingegeben und natürlich folgen Sie allen maßgeblichen Ikonen und Institutionen der Newwork-Szene. Sie waren bei Meetups, Open-Space-Konferenzen und Barcamps und haben fleißig versucht, sich zu vernetzen. Vielleicht haben Sie zu Hause sogar ein lebensgroßes Poster von Thomas Sattelberger im Flur hängen. Bestimmt aber ist Ihr Lieblings-Wirtschaftsmagazin die brand.eins. Und auf jeden Fall haben Sie den Film Augenhöhe gesehen, oder nicht? Sonst wird es aber Zeit! Aber wahrscheinlich waren ja auch Sie am 04. März bei einer der Premiere-Feiern der Fortsetzung ‘Augenhöhe-Wege’.

Und vielleicht haben Ihnen beide Filme auch so gut gefallen wie mir. Aber dann klingelt montags um 6:30 Uhr der Wecker und Sie stellen fest, dass Sie immer noch nicht bei einem mitarbeitergeführten Unternehmen oder einer demokratisch organisierten Behörde oder einem soziokratisch operierenden IT-Startup beschäftigt sind. „Vertraue! Mit Luhmann gegen den Oldwork-Kater (Teil 1)“ weiterlesen

Unsere Welt wird immer komplexer. Hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams?

Prof. Peter Kruse führt in dem folgenden Video aus, dass wir Menschen nicht in der Lage sind, komplexe Probleme wirklich zu verstehen. Entweder wir trivialisieren, z.B. wählen wir bei der Produktauswahl das Billigste, negieren es, oder wenden als beste Strategie unsere Intuition an. Wie entscheiden Sie z.B. ihren Autokauf. Anfangs werden Sie die vielen Parameter versuchen zusammenzutragen und zu vergleichen. Aber unser Gehirn kann maximal 8-12 Parameter beherrschen, danach sind wir überfordert. Also lassen wir unseren Bauch sprechen (erinnern wir uns an den Fernsehautowerbespruch: “Brauchen Sie es denn?” “Nein, aber ich will es haben!”).

In der Wirtschaft ist es ebenso, wie wir das hier auf dem Blog schon häufiger nachlesen konnten. Und da die Intuition jedes Einzelnen sich über Krisen entwickelt, stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung nicht schon zu lange her war und die Intuition nicht mehr zum aktuellen Rahmenwerk passt. Also kann man sich doch besser auf die Intuition von mehreren verlassen. Demnach wird das Team, mit dem man zusammen arbeitet, immer wichtiger. Und schon kommt es zu mehr selbstorganisierenden Teams. Und genau das macht die SCRUM Teams so stark. Man muss sich nicht mehr auf einen Kopf allein verlassen, dessen Ausbildung der Intuition womöglich nicht mehr aktuell ist.

Ein weiteres Thema von Prof. Kruse ist die Vernetzung. Also das, was wir „Unsere Welt wird immer komplexer. Hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams?“ weiterlesen

Agilität heißt Wendigkeit, heißt Anpassungsfähigkeit

Umso mehr erschrecken mich die Versuche “agile” auf Biegen und Brechen definieren zu wollen und festzuzurren, was “agile” ist und was nicht. Für mich persönlich ist “agile” nicht ein in Stein gemeißeltes, festgelegtes Rahmenwerk. Sondern etwas Anpassungsfähiges, sich Entwickelndes. Agilist zu sein heißt für mich nicht, sich von anderen abzugrenzen und einen “Methodenrahmenwerk” zu zementieren. Agilist zu sein heißt für mich, wendig zu sein – wendig im Sinne, das zu tun, was jetzt im Augenblick das Richtige ist, um das Wichtige und Relevante voranzubringen. Es heißt für mich, sich den Gegebenheiten laufend anzupassen und meine Annahmen immer wieder zu überprüfen. Agile heißt schnellst möglich zu reagieren, schnellst möglich auf Veränderungen einzustellen und sie zu adaptieren – wenn es notwendig ist. Es geht darum Erkenntnisse zeitnah zu generieren, aufzunehmen und Weiterzuentwickeln.

Fundstelle auf Tom´s Gedankenblog: #GEDANKENBLITZ | Agilität heißt Wendigkeit, heißt Anpassungsfähigkeit

Benjamin Button und Unternehmensplanung

Kennen Sie den Film Der seltsame Fall des Benjamin Button? Wenn ja, glauben Sie daran, dass man alt geboren wird und dann immer jünger wird? Nein? Glauben Sie an die Prozesse der Unternehmensplanung, wie sie heute in Unternehmen praktiziert werden? Ja? Das verstehe ich nicht und ich versuche das zu erklären.

Viel zu häufig wird Planung zu kurz gefasst

Foto: Wikipedia
Foto: Wikipedia

Es wird nämlich die reine Planerstellung darunter verstanden. Schauen wir uns typische Planungsszenarien in Unternehmen an, erkennen wir, dass der Plan in (mehreren) Runden finalisiert wird und die Zahlen dann “in Stein gemeißelt sind”. Sie werden nicht mehr angefasst. Zur Planung gehört aber nicht nur die Erstellung des Plans sondern auch die Durchführung und die gegebenenfalls notwendige Anpassung des Plans. Das impliziert natürlich auch eine weitere Disziplin, nämlich die Überwachung des Plans. Die 3 Disziplinen Durchführung, Anpassung und Überwachung des Plans kann man nur dann u.U. aussparen, wenn man an die Determiniertheit der Welt glaubt, wenn man nämlich daran glaubt, dass die Zukunft vorhersagbar ist.

Zur Determiniertheit führe ich gerne das Planungsparadoxon an

Dieses besagt folgendes. Je genauer vorhersagbar die Zukunft ist, je stärker sie also determiniert ist, desto besser funktioniert die Planerstellung. Je stärker aber die Zukunft determiniert ist, desto weniger hat ein Unternehmen Einfluss auf sie, das heißt desto sinnloser ist die Planerstellung. Denn es passiert ja sowieso, was passieren soll. Warum aber hängen die Menschen so extrem an demParadigma der Determiniertheit der Welt? Mögliche Ursachen dafür können die natürliche Furcht vor Unsicherheit, Unordnung und Kontrollverlust sein sowie das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle.

Was hat aber Benjamin Button mit Planung zu tun?

In dem Film “Der seltsame Fall des Benjamin Button” altert der Hauptdarsteller rückwärts. Brad Pitt kommt als winziger alter Mann auf die Welt, erlebt seine Jugend in mittlerem Alter und wird schließlich voller Altersweisheit immer jünger. Das so etwas nur im Film mit ganz vielen „Benjamin Button und Unternehmensplanung“ weiterlesen

Die wertvollste Währung der Welt: Vertrauen

Hochleistungsteams sind hochgradig aktivierte Gemeinschaften. Sie kooperieren und kommunizieren intensiv. I

… Was aber wäre möglich, wenn die Fähigkeit ein belastbares Vertrauen aufzubauen und damit eine zwischenmenschliche Verbindung einzugehen, nicht mehr von einer vorhandenen persönlichen Begabung abhängen würde? Wenn sich also Merkel, Tsipras und Schäuble darin so gut oder noch besser auskennen würden, wie mit politischen Winkelzügen oder ihrem Zahlenwerk? Ich bin mir sicher, dass wir völlig andere und vor allem erfolgreichere EU-Gipfel erleben würden. Treffen, an denen unsere politischen Führer nicht als Gegner auftreten würden, sondern als echte Partner.

Stell Dir vor, es gäbe einen Ort, eine Schule, an der die Kunst des Vertrauensaufbaus erfolgreich gelebt und das Wissen darüber auch und gerade mit unseren Verantwortungsträgern geteilt wird. Was würde dann geschehen – in unseren Unternehmen, in unserer Gesellschaft, in der Europäischen Union? Ich denke, das wäre das Ende der Wirtschaft wie wir sie kennen. Und der Beginn einer besseren Welt.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Zukunft beginnt und diese Schule des Vertrauens Realität wird!

Fundstelle auf huffingtonpost: Die wertvollste Währung der Welt – von  – Beyond Leadership: „Die wertvollste Währung der Welt: Vertrauen“ weiterlesen

How to run a company with (almost) no rules

What if your job didn’t control your life? Brazilian CEO Ricardo Semler practices a radical form of corporate democracy, rethinking everything from board meetings to how workers report their vacation days (they don’t have to). It’s a vision that rewards the wisdom of workers, promotes work-life balance — and leads to some deep insight on what work, and life, is really all about. Bonus question: What if schools were like this too?

Found on TED: Ricardo Semler: How to run a company with (almost) no rules