Zukunftsfähigkeit: Es reicht nicht, zu wissen

Wer mutig ist und an der Zukunftsfähigkeit arbeitet, ist eingeladen, neu zu denken, neu zu entscheiden und neu zu handeln.

The greatest danger in times of turbulence is not the turbulence―
It is to act with yesterday’s logic.

Peter Drucker

Wie geht Zukunft? Wie wird man zukuntfsfähig? In Zeiten voller Verunsicherung und Wandel erleben wir in sehr vielen Organisationen neben dem Wunsch nach Erneuerung vor allem eins: Widerstand. Sobald die Unternehmen merken, dass etwas wirklich Neues kommt, kommt eine Liste mit Einwänden.

Mit diesem „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ Denken kommen wir nicht weiter.

Das mit dem Fisch

Gern wird behauptet, die Mitarbeiter seien schuld, weil sie Widerstand gegen Veränderungen leisten. Doch seien wir mal ehrlich: wie würde jeder von uns reagieren, wenn man uns a) nicht in die Planung der Veränderung einbezieht und b) uns nicht die Rahmenbedingungen schafft, in denen wir uns für die Veränderung begeistern können?

Ein Hund kann die Angst bekanntlich riechen. Ein Mitarbeiter nimmt die Angst seiner Führungskraft genau so sicher wahr. So lange das Management die „wasch mich aber mach mich nicht nass“ Strategie fährt, transportiert es seine eigene Angst in die Kommunikation und ist somit kontraproduktiv für die Veränderung.

„Der Fisch stinkt vom Kopfe her“ – sagt man dazu bei uns im Norden.

Streicheleinheiten

Was in den meisten Veränderungsprojekten zu kurz kommt, ist das Anerkennen des bereits Erreichten. Weil jahrelang propagiert wurde, man müsse nur eine gute Vision haben, guckt kaum einer wertschätzend auf den Status Quo. Zukunftsfähigkeit resultiert ganz sicher nicht aus Innovationen allein, Zukunftsfähigkeit braucht einen Rückgrat, der in der Vergangenheit gebildet wurde.

Und weil nun diese Erkenntnis schon mehrere „Zukunftsfähigkeit: Es reicht nicht, zu wissen“ weiterlesen

Erfolg macht unfair

Die Demokratisierung der Arbeit hat auch etwas mit dem menschlichen Wunsch nach Gerechtigkeit und Fairness zu tun. Wer möchte schon freiwillig übervorteilt, absichtsvoll belogen, beschummelt oder gar betrogen werden? Erfahrungsgemäß ist aber genau das ein Teil des normalen Arbeitslebens. Natürlich nicht für jedermann und -frau, tagtäglich in allen Situationen. Aber es ist etwas, was wir immer wieder beobachten können und was viele schon selbst unangenehm bis leidvoll erlebt haben. Nun veröffentlichten die beiden israelischen Wissenschaftler Amos Schurr von der Ben-Gurion Universität und Ilana Ritov von der Hebräischen Universität Jerusalem im Februar 2016 die Ergebnisse einer Studie, die gerade im Kontext „Arbeit“ zu denken geben.

Gewinnen an sich ist nicht das Problem.
Sondern Gewinnen und Erfolg in einem Kontext von (Verdrängungs-)Wettbewerb. Wer sich erfolgreich gegen andere in einem Nullsummenspiel durchsetzt, läuft Gefahr, nach Abschluss des Wettbewerbs mit höherer Wahrscheinlichkeit unehrlich zu agieren und Fairness aufzugeben. Aus dem Ergebnis der vierten Studie lässt sich schlussfolgern, dass dies an einem gesteigerten Gefühl von Anspruchsberechtigung liegt: Wer sich gegen Konkurrenten durchgesetzt hat, hat aus subjektiver Sicht des Gewinners anschließend eine höhere Berechtigung auf weitere Erfolge.

Die Untersuchung von Schurr und Ritov zeigt einmal mehr, dass es gerade im Zusammenhang von Arbeit zu überdenken ist, inwieweit Konkurrenz und (Verdrängungs-)Wettbewerb ein nützliches Instrument für erfolgreiches Arbeiten sind. Fairness und somit die dringend nötige Kooperation in komplexen Umfeldern wird damit offensichtlich nicht erreicht.

Fundstelle auf Zeuchs Blog Alle Macht für NiemandErfolg macht unfair

Wie wir unsere Welt wahrnehmen und was die SELBSTerkenntnis dabei erreichen kann …

Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein,
das Bekannte zu bezweifeln.

Vera F. Birkenbihl

Vera F. Birkenbihl (RIP) hat mir schon so manche Denkschranke eingerissen. Ich möchte einen weiteren Vortrag von ihr empfehlen, der den denkwürdigen Titel Pragmatische Esoterik – der kleine Weg zum großen Selbst trägt. Sie schafft es mit viel Humor die unterschiedlichen Perspektive der Exoteriker sowie Esoteriker auf unsere Welt auf den Punkt zu bringen. Dabei gibt sie so viele Hinweise, wie unser Leben einfacher gestaltet werden kann, sprich unsere Beziehung zu uns selbst als auch zu unseren Menschen in der Umgebung, besonders auch im beruflichen Kontext.

Besonders gut gefällt mir die Stelle,  dass sie inzwischen anstatt von MEINungen über ANDERungen spreche. Denn das, was Mensch meine, wie es sei, ist ihm meist von Anderen übergeholfen worden. Dabei spricht sie unsere Uni-FORM-ierung / NORM-alsierung durch unsere Kultur genauso wie unser Bildungssystem an. Es verhindere, dass wir unser volles Potential entfalten können.

Des weiteren lernen wir darüber, dass Mensch auf Dauer desto kränker wird, desto weiter er von seinem SELBST entfernt sei, sprich nicht mehr in Resonanz sei [Stichworte: aufgezwungenes Rollenspiel, Fremdbestimmung, geringes Selbstwertgefühl / Selbstliebe].

Vera sagt immer: wenn es nicht gefällt, einfach im Regal liegen lassen. Dann müssen wir uns nicht streiten:

Wieviel Arbeit braucht der Mensch?

Der Titel, zu dem ich hier ein paar Überlegungen vortragen soll, ist gut gewählt, denn er bringt mit nicht mehr als fünf Worten die vollkommene Absurdität unserer Arbeitsverhältnisse auf den Begriff. In früheren Zeiten, als unsere Ahnen noch das zum Leben Notwendige zusammenjagten und -sammelten, war diese Frage leicht beantwortet, wenn sie sich denn überhaupt stellte: Man musste so lange ‚arbeiten‘ bis man satt zu essen hatte. Es wäre vollkommen sinnlos, ja sogar in höchstem Maße existenzgefährdend gewesen, wenn man versucht hätte, ein Mehr zu erwirtschaften durch mehr Arbeit; denn ihr Dasein konnten unsere frühen Vorfahren nur sichern, wenn sie sich ihre Beweglichkeit erhielten, unbehindert von einem Ort zum andern ziehen konnten, um das Lebensnotwendige zu finden. Weder Besitz noch Vorsorge waren dem Selbsterhalt zuträglich. Tragbarkeit, portability, nicht Besitz und Vorrat, war darum der höchste Wert. Jeder Besitz war beschwerlich.

Es wird von  Anthropologen glaubhaft versichert, dass die Jäger- und Sammlerinnen- Kulturen in vorkolonialer Zeit, also bevor ihnen ihr traditionelles Wandergebiet  streitig gemacht wurde, nicht mehr als zwei bis fünf Stunden täglich für ihre Existenzsicherung aufwenden mussten. Die übrigen Stunden des Tages standen für Palaver, Schlaf und Gelage zur Verfügung.

WIEVIEL ARBEIT BRAUCHT DER MENSCH _ Noch in der bäuerlichen, sesshaften Lebensweise ist die Frage danach, wie viel Arbeit der Mensch braucht, offenkundig verrückt. Arbeit braucht man nicht, die hat man, und das einzige was über sie zu sagen ist, ist, dass sie getan werden muss. Arbeit ist nicht Gegenstand des Begehrens, sondern das Mittel, das dazu taugt, sein Dasein zu fristen. Sie ist ein notwendiges Übel oder einfach nur notwendig, und sie wird vom Winter, vom Feierabend und Festtag unterbrochen. Das Gegenstück der Arbeit ist also die Muße. „Wieviel Arbeit braucht der Mensch?“ weiterlesen