Kommt der „neue Mensch“ ohne Staat und Markt aus?

Foto: Peter Draschan – pixelio.de

„Aber wir wollen doch gar keine Planwirtschaft“, wird an dieser Stelle zu vernehmen sein. Wer heute für Commons und Solidarische Ökonomie, für eine auf fabbern und verwandten Gerätschaften basierende lokal-autonome Produktionsweise ohne Hierarchien und disziplinierende Kontrolle plädiert, der wähnt sich in einem anderen Territorium. Dort gibt es spontane, kreative Menschen, flexibel auch, aber zugleich verbindlich, die sich an Regeln halten, die sie sich selbst in Absprache geben. Sie genießen den Moment, entwickeln sich ständig weiter und sind emotional intelligent, was ihnen einen viel besseren Umgang mit Konflikten erlaubt als heute üblich.

Diese Menschen planen nicht, sondern sie koordinieren sich. Die Koordination ihrer vielfältigen, selbstbestimmten und freiwilligen Tätigkeiten erfolgt von unten. Vielleicht in selbstorganisierten Gremien, vielleicht in Gestalt von Entwicklungspfaden, die sich wie von selbst ergeben, wenn Bedürfnisse artikuliert und Mittel zu ihrer Befriedigung kollektiv gefunden werden. Jedenfalls geschieht all dies ohne Markt und ohne Staat…

Fundstelle: Es rettet uns keine höhere Technologie

2 Gedanken zu „Kommt der „neue Mensch“ ohne Staat und Markt aus?“

  1. Staat und Markt – interessante Frage.

    Meine Grundannahme:
    Gegensätze brauchen sich gegenseitig.
    Das eine kann nicht ohne das andere sein.
    Alles existiert in Abhängigkeit (man nennt dies Beziehung).
    Unabhängigkeit gibt es nicht.

    Wirtschaft basiert auf dem ewig geltenden Prinzip des Gebens und Nehmens. Das Ergebnis (die Konsequenz aus der Wechselwirkung aller Teile der Gesamtheit) wird orginalgetreu abgebildet.

    Was ist der Markt bzw. was ist damit gemeint?
    Was ist der Staat bzw. was ist damit gemeint?

    Das natürliche Solidaritätsprinzip basiert auf reiner Gegenseitigkeit und unterliegt der Freiwilligkeit.

    Wer macht eigentlich die Gesetze und bestimmt die Spielregeln?

    Aus meiner Sicht ist Selbstbetrug mit Selbstmord gleichzusetzen und dementsprechend anzuerkennen und zu würdigen.
    Desweiteren sehe ich eine Überdosis (basierend auf der Einseitigkeit) von was auch immer als eine reale totbringende Gefahr an.

  2. Wie schreiben Sieger ihre Geschichte?
    Sie stellen sich als die Guten hin und sagen einfach, der andere (der Verlierer) hätte dies und das getan, kreiieren sich entsprechende Beweise und verteilen die Schuld um.

    Ein Gewinner müßte die Tatsachen nicht fälschen.

    Wenn ich nur mal davon ausgehe, wie Verlierer – der Unterlegene in einem Wettstreit (z.B. Kriegsgefangene) behandelt wurden und werden, bin ich durchaus im Stande, mir meine eigenes Bild – einen Überblick zu verschaffen.

    Ich habe den Anstand, mich vor meinem ebenbürtigem Gegner zu verbeugen. Ganz egal, ob ich gesiegt oder verloren habe.

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