Ein neues Betriebssystem: Wir sind Chef

Warum lässt sich nicht auch Führung arbeitsteilig verstehen? Warum können die unterschiedlichen Führungsaufgaben nicht auf mehrere Schultern im gesamten Team verteilt werden? Warum können wir nicht die Mystik von Vorgesetzten nehmen, die sie zu Heilsbringern stilisiert und dabei alle anderen aus der Verantwortung nimmt?
Hermann Arnold: Wir sind Chef

Der Beginn der Rezension des neuen Buchs Wir sind Chef: Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert Lieferbar in 1-2 Tagen (Haufe Fachbuch) von Hermann Arnold von Sascha Hellmann:

Nur arbeitsteilig, in der Zusammenarbeit, lassen sich anspruchsvolle Herausforderungen bewältigen. Allein für Führung scheint das nicht zu gelten. Führungskräfte sollen alles können und alles allein machen. Höchste Zeit, dass sich das ändert. Zeit für ein neues, arbeitsteiliges Führungsverständnis. Für ein neues Betriebssystem für Unternehmen. Ein neuer Ratgeber zeigt, wie eine neue Organisation für Unternehmen gestaltet werden kann.

Sind Führungskräfte Übermenschen? Sie sollen Visionäre sein und ihre Mitarbeiter begeistern, gleichzeitig bestens organisiert sein, klare Strukturen schaffen und eine hohe Umsetzungskompetenz besitzen; sie sollen fachliche Experten sein und zugleich gut mit Menschen umgehen; sie sollen ihren Blick nach außen richten, Markt und Kunden verstehen sowie Trends vorhersehen, aber auch nach innen wirken, indem sie Teams gut organisieren, Prozesse optimal gestalten, sich für Mitarbeiter und deren Probleme interessieren und sie in ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung unterstützen; sie sollen innovativ sein, aber keine Fehler machen – und sie sollen allen Mitarbeitern gegenüber fair sein, trotzdem jedoch individuelle Talente fördern …

Ja, Führung sollte perfekt sein und alles können, geradezu übermenschlich! Doch das kann kein Mensch alleine leisten. Und damit tut sich die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf, solange sich nämlich Führung auf einen oder wenige Köpfe kapriziert. Weil: “Der fundamentale Wandel auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, technologischer und politischer Ebene macht Führung ungenügend, die vor wenigen Jahrzehnten noch hervorragende Ergebnisse erzielte. Es genügt nicht, lediglich mehr oder Besseres desgleichen zu fordern”, schreibt Hermann Arnold in seinem neuen Buch Wir sind Chef. Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert. Der Mitgründer und langjährige Geschäftsführer von Haufe-umantis, einem der weltweit führenden Anbieter von Software und Expertise im Bereich Talentmanagement, sagt geradeheraus, wohin das heutige, überzogene Führungsverständnis führt: in eine Sackgasse!
Dabei liegt die Lösung, die alle anderen Bereiche eines Unternehmens durchdringt, doch auf der Hand: Arbeitsteilung! Also: “Warum lässt sich nicht auch Führung arbeitsteilig verstehen? Warum können die unterschiedlichen Führungsaufgaben nicht auf mehrere Schultern im gesamten Team verteilt werden? Warum können wir nicht die Mystik von Vorgesetzten nehmen, die sie zu Heilsbringern stilisiert und dabei alle anderen aus der Verantwortung nimmt?”

Und wer wissen will, was sich da tut und wie es brodelt, hier geht es zum ganzen Artikel: Ein neues Betriebssystem

Autor: Dr. Martin Bartonitz

Mitinitiator der Initiative Wirtschaftsdemokratie.
Geboren 1958 und aufgewachsen in Dortmund, am Rande des Kohlenpotts, einem Schmelztigel während der Gründerzeit eingewanderter Menschen.
1992 nach der Promotion in experimenteller Physik gewechselt von der Messprozess- in die Geschäftsprozesssteuerung.
Mit Blick auf die Erfahrungen in der Optimierung der Effizienz von Prozessen in der Bürowelt kam in den letzten Jahren immer mehr die Erkenntnis: Das Business machen die Menschen. Und wenn nur nach der Effizienz geschaut wird, dann wird auch noch die letzte Motivation in den Unternehmen zerstört.
Daher sollten Organisation und auch die eingesetzte Software die Menschen in ihrer Kreativitität unterstützen und sie nicht knechten. Selbstbestimmtheit statt Fremdbestimmung sollte uns den nächsten Schub in unserer gesellschaftlichen Entwicklung bringen. Aufgrund dieser Überzeugung schreibe ich hier mit.

8 Gedanken zu „Ein neues Betriebssystem: Wir sind Chef“

  1. Jeder Lehrer ist nur so gut wie der Schüler und umgekehrt. Jede Beziehung beruht auf Gegenseitigkeit (Interessenlage).

    Was das Relationshipmanagement betrifft, so ist evtl. zu akzeptieren, das jedes einzelne Individuem Tausende von Beziehungen zur Umwelt hat und auch die Verantwortung für die Konsequenzen trägt, die sich aus seinem eigenen ausgeführten Stil ergeben.

    Wie man mit Komplexität umgeht? Teile und herrsche.

  2. Bei der etablierten offiziellen Ordnung in Unternehmen geht es ja im Kern um Entscheidungen. Daneben gibt es eine inoffizielle Ordnungsstruktur, sprich die ausgelebte Kultur.

    Wenn man Hindernisse, Hemmnisse und Barrieren nicht mehr will, da sie Keinem nutzen, dann beseitigt man sie.

    Wenn man echte Entscheidungen trifft, geht man automatisch ins Risiko.
    Das bedeutet, das man erneut einem bekannten Irrtum aufsitzen kann, das man selbst wenn man alte Irrtümer bereinigt sich durch den Test eines neuen Weges auch wieder irren kann, das man einen Fehler machen kann, das man versagen kann, das man dadurch gewinnen und verlieren kann. Eine Messgröße für eine annähernd objektive Bewertung von Erfolg und Miserfolg könnte der tatsächliche Gesundheitszustand sein.

    Es ist weit verbreitet, das Viele einfach nur die falschen Fragen stellen.
    Wenn man sich fragt, was man tun soll, um etwas besser zu machen, kann man sich auch fragen: Wie verliert man garantiert?

  3. Was ich auch eine wichtige Frage finde, ist die bereitwillige Akzeptanz (sich fügen) von untragbaren und unhaltbaren Zuständen. Diese Gewöhnung und damit verbunden das nicht hinterfragen ist gesellschaftlich gewollt, wird unterstützt und gefördert – entspricht dem Konsens – der Norm. Für einige muß es daher schon echt dicke und ganz schlimm kommen, bevor die Schmerzgrenze (die künstlich immer mehr ins ertragen, erdulden und erleiden verschoben wurde) erreicht ist und sie aus reinem Überlebensinstinkt und erst dann, wenn es wirklich gar nicht mehr anders geht, sagen: Genug davon.

  4. Man kann es einfach niemals allen recht machen.
    Wenn ich z.B. eine wirksame Entscheidung treffe, dies allen sage und sich alle daran halten müßten, was wäre dann?

    Probieren wir es aus:
    Ich sage, das eine Übertragung von Lasten, Belastungen, ungelösten Konflikten etc. auf andere nicht mehr gestattet ist. Die Umverteilung ist beendet und jeder hat seinen Anteil zu tragen, was auch bedeutet, das eine direkte Zuordnung zum Verursacher erfolgt und nicht andere dafür belangt, geradezustehen und dies auszubaden haben.
    Ich begründe meine Entscheidung damit, das es einfach nicht mehr geht, das es nicht mehr zumutbar, das die Belastungsgrenzen weit überschritten sind, das es weder haltbar noch nachhaltig ist und nicht mehr auf dem Rücken der Liebenden bzw. der Familien ausgetragen werden kann und darf. (Ausnahmslos jeder schleppt allen Dreck nach Hause und lässt es da, wo er kann und nicht da, wohin es gehört.)

    Was wäre dann?
    Einige würden ganz blöd aus der Wäsche kucken, wenn sie für ihren Scheiß allein verantwortlich sind und keiner mehr da ist, der ihnen etwas abnimmt bzw. auf den sie alles abwälzen und abladen können.

  5. Ich möchte gerne eine freie Interpretation zu einer bestimmten Gesetzmäßigkeit abgeben.

    Es gibt sehr sehr viele Freiheiten, die man auch in Level gliedern kann. Grundsätzlich hat jeder die Freiheit, alles zu benutzen, was da ist.
    Wenn man die Rechte und Pflichten nicht erfüllt, verwirkt man sich die entsprechende Freiheit. Man zeigt ja, das man zum einen nicht damit umgehen kann und zum anderen nachweislich, das man nicht das geringste Interesse daran hat, es zu lernen.
    Viele Erfindungen sehe ich als Werkzeuge an. Mißbraucht man diese, erfüllen sie naturgemäß nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck und im Grunde genommen, bekommt man automatisch das Recht entzogen, diese zu benutzen.

  6. Es ist evtl. etwas schwierig zu verstehen.
    Es kann sein, daß man jemanden hasst, einfach weil er seinen Job nicht macht. Gleichzeitig kann es aber auch sein, das man selbst die ursprünglich zugrundeliegende Funktion zu erfüllen hat. Einige Dinge obliegen nur im Außen der Arbeitsteilung. Nur, weil es andere gibt, die evtl. dies und das für dich tun könnten, heißt es noch lange nicht, das du von deiner eigenen eigentlichen Aufgabe (schließlich hat man ja Organe etc.) entbunden bist. Was nicht benutzt wird, wird eingespart.

  7. Alle Individuen haben die freie Wahl ihre Investitionsentscheidungen zu treffen.

    Wenn eine Investition sich am Ende doch nicht rechnet, d.h. sich nicht gelohnt hat und die Verluste realisiert werden müssen, ist das eben so. Die Gewinne hat man ja auch mitgenommen ohne sich darüber zu beklagen und rumzuheulen.
    Man kann aber keinen anderen dafür verantwortlich machen, das man selbst Fehler gemacht hat. Es ist ja auch eine Investitionsentscheidung, einfach das zu machen, was alle anderen machen. Trotzdem ist sich jeder selbst der nächste, da man selbst die Konsequenzen ausbaden muß – so oder so.

    Es gibt Resultate, die man Tatsachen bzw. faktisch nennt, da sie einfach bestehen. Diese kann man drehen und wenden wie man will.

    Natürlich gibt es viele Vermeidungsstrategien, um Verluste nicht zu realisieren. Es gibt aber auch Ebenen, da kann man einfach nicht betrügen.

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