Agilität heißt Wendigkeit, heißt Anpassungsfähigkeit

Umso mehr erschrecken mich die Versuche “agile” auf Biegen und Brechen definieren zu wollen und festzuzurren, was “agile” ist und was nicht. Für mich persönlich ist “agile” nicht ein in Stein gemeißeltes, festgelegtes Rahmenwerk. Sondern etwas Anpassungsfähiges, sich Entwickelndes. Agilist zu sein heißt für mich nicht, sich von anderen abzugrenzen und einen “Methodenrahmenwerk” zu zementieren. Agilist zu sein heißt für mich, wendig zu sein – wendig im Sinne, das zu tun, was jetzt im Augenblick das Richtige ist, um das Wichtige und Relevante voranzubringen. Es heißt für mich, sich den Gegebenheiten laufend anzupassen und meine Annahmen immer wieder zu überprüfen. Agile heißt schnellst möglich zu reagieren, schnellst möglich auf Veränderungen einzustellen und sie zu adaptieren – wenn es notwendig ist. Es geht darum Erkenntnisse zeitnah zu generieren, aufzunehmen und Weiterzuentwickeln.

Fundstelle auf Tom´s Gedankenblog: #GEDANKENBLITZ | Agilität heißt Wendigkeit, heißt Anpassungsfähigkeit

Die wertvollste Währung der Welt: Vertrauen

Hochleistungsteams sind hochgradig aktivierte Gemeinschaften. Sie kooperieren und kommunizieren intensiv. I

… Was aber wäre möglich, wenn die Fähigkeit ein belastbares Vertrauen aufzubauen und damit eine zwischenmenschliche Verbindung einzugehen, nicht mehr von einer vorhandenen persönlichen Begabung abhängen würde? Wenn sich also Merkel, Tsipras und Schäuble darin so gut oder noch besser auskennen würden, wie mit politischen Winkelzügen oder ihrem Zahlenwerk? Ich bin mir sicher, dass wir völlig andere und vor allem erfolgreichere EU-Gipfel erleben würden. Treffen, an denen unsere politischen Führer nicht als Gegner auftreten würden, sondern als echte Partner.

Stell Dir vor, es gäbe einen Ort, eine Schule, an der die Kunst des Vertrauensaufbaus erfolgreich gelebt und das Wissen darüber auch und gerade mit unseren Verantwortungsträgern geteilt wird. Was würde dann geschehen – in unseren Unternehmen, in unserer Gesellschaft, in der Europäischen Union? Ich denke, das wäre das Ende der Wirtschaft wie wir sie kennen. Und der Beginn einer besseren Welt.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Zukunft beginnt und diese Schule des Vertrauens Realität wird!

Fundstelle auf huffingtonpost: Die wertvollste Währung der Welt – von  – Beyond Leadership: „Die wertvollste Währung der Welt: Vertrauen“ weiterlesen

How to run a company with (almost) no rules

What if your job didn’t control your life? Brazilian CEO Ricardo Semler practices a radical form of corporate democracy, rethinking everything from board meetings to how workers report their vacation days (they don’t have to). It’s a vision that rewards the wisdom of workers, promotes work-life balance — and leads to some deep insight on what work, and life, is really all about. Bonus question: What if schools were like this too?

Found on TED: Ricardo Semler: How to run a company with (almost) no rules

Starre Arbeitszeiten haben ausgedient

… Kritiker der flexiblen Konzepte – Teilzeit, Gleitzeit, Home-Office – fürchten, dass Job und Freizeit so verschmelzen könnten, dass am Ende die Freizeit auf der Strecke bleiben könnte (siehe dazu auch: Selbstausbeutung: das neue Leiden des 21. Jahrhunderts?). Das zu verhindern, wird in Zukunft die wohl größte Aufgabe der Arbeitswelt werden.

Denn: Dass starre Arbeitszeitmodelle ausgedient haben, liegt auf der Hand. Eine Revolution ist unaufhaltsam – und die Wirtschaft reagiert. Eine aktuelle Umfrage der Uni Bamberg, von der der „Spiegel“ berichtete, zeigt, dass Personaler der größten deutschen Unternehmen in Zukunft auf flexible Arbeitszeiten setzen, um attraktiver zu werden.

Daimler setzt sich nun an die Spitze dieser Bewegung.

Fundstelle auf huffingtonpostDie Job-Revolution: Daimler geht einen Schritt, der unsere Arbeitswelt für immer verändern soll

In einer Fabrikgesellschaft ist der Unterschied ein Makel

Die Abweichung von der Norm kann der Schlüssel zu Innovation und Verbesserung sein.

Es ist die „Kunst“ der Wissensgesellschaft, den persönlichen Bedürfnissen der Menschen so gerecht wie nur möglich zu werden – also das vermeintlich Unmögliche zu liefern. An dieses Ideal kann man sich nur annähern, wenn man zuhört – und nicht ständig erzieht. Das lag dem Industrialismus nicht besonders. Er führte, er lenkte, er kontrollierte und steuerte – aber mit dem Zuhören hatte er es nie.

Die eigene Bewertung der Welt und ihrer Sachverhalte erforderte Mut. Denn die Systemkonformen, die ihre Vorgaben brav erfüllten, galten auch als die Besten. In der Welt der Massenproduktion und ihrer Hierarchien ergibt das Sinn, denn ein Abweichen von der Norm ist hier schlicht ein Fehler. In einer Fabrik – und in einer Fabrikgesellschaft – ist der Unterschied ein Makel.

In der Wissensgesellschaft bewertet man das völlig anders, denn hier geht es gerade darum, Varianten zu betonen. Die Abweichung von der Norm kann der Schlüssel zu Innovation und Verbesserung sein. In der alten Welt darf der Schüler nicht schlauer sein als der Lehrer, sonst geht alles schief. In der neuen Welt ist der richtige Lehrer der, der den Schüler zum eigenständigen Denken bringt – ihn selbstständig macht, ihn dazu ermuntert, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Das ist nicht nur das Ideal in den neuen Wissensberufen und hippen Digitalbuden, sondern auch in der innovativen Industrie – und die Erfolgsbasis des „Kaizen“-Prinzips, was übersetzt so viel bedeutet wie „Veränderung zum Besseren“. Jeder Arbeiter kann jederzeit beim Management intervenieren, wenn er im Produktionsprozess einen Fehler erkennt – oder eine Verbesserungsidee hat. Bewertung ist keine Einbahnstraße mehr.

Fundstelle auf brandeinsMaßstabsgerecht

Demokratisierung der Beziehungen zwischen Unternehmen und Konsumenten

Kunden gehen freiwillig in Vorkasse

… Und das schon bei der Ausbreitung der Ideenskizze auf Plattformen wie „Kickstarter“ oder „Startnext“. Jeder Schritt, jeder Fortgang und jede Verfeinerung des Projektes wird mit demUnterstützerkreis geteilt und durch die Reaktionen der Kunden, die in Vorkasse gehen, verbessert.

Es ist die perfekte Form einer Ökonomie der Beteiligung, die sich im Crowdfunding manifestiert. Es könnte das etablierte Finanzsystem in den Schatten stellen, Unternehmensgründungen beflügeln, als Katalysator für Innovationen fungieren und für eine Demokratisierung der Beziehungen zwischen Unternehmen und Konsumenten beitragen.

Man erlebt dabei immer mehr Menschen, die ohne Zwang, ohne Abo-Modelle, ohne Zahlungsschranken und ohne Schutzgesetze bereit sind, freiwillig für Start-ups, Kunst, Kultur oder Journalismus zu bezahlen. Sie widerlegen damit die Dauerschwätzer des Establishments, die nach staatlichen Hilfen schreien, um nicht durch die vermeintliche Kostenlos-Mentalität der Netzbewohner in den Abgrund gestürzt zu werden. …

Gefunden auf Ich sag malÜber das kollektive Buchprojekt “Eine neue Version ist verfügbar” und die Dankeschön-Ökonomie – von Gunnar Sohn

Was Rothirsche mit dem Papst und dem Home-Office zu haben …

… Forscher fanden Erstaunliches heraus: Sie beobachteten die Wanderrouten der Rothirsche im Böhmerwald mit Hilfe von Funkhalsbändern über sechs Jahre hinweg. Die „West-Hirsche“ wanderten exakt bis zu einer bestimmten imaginären Grenze, nämlich genau jener Linie, an der früher der Stacheldraht die Grenze des Ostblocks markierte. Und die „Ost-Hirsche“ taten das gleiche, nur von der anderen Seite her. Keines der Tiere übertrat die heute unsichtbare Linie, die exakt mit dem Grenzverlauf übereinstimmt! Die Hirsche haben offenbar das Ende des Kalten Krieges noch nicht mitbekommen…

Spannend. Und als wir das lasen, erinnerte uns das Verhalten der Rothirsche an das Verhalten von Führungskräften in Bezug auf das Thema Arbeitszeiten und Home-Office …

Führungskräfte WISSEN zwar, dass Home-Office-Arbeiter nachweislich in vielen Fällen produktiver, motivierter, seltener krank und zufriedener mit der Arbeit sind (dazu gibt es viele Studien, zum Beispiel die von Prof. Nicholas Bloom von der Stanford University) – dennoch GLAUBEN sie das Gegenteil. …

Gefunden auf FÖRSTER & KREUZWAS ROTHIRSCHE MIT DEM PAPST UND DEM HOME-OFFICE ZU TUN HABEN

Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 8

„Die Teilnehmer berichteten häufig, dass sie sich nie zuvor derart akzeptiert und respektiert gefühlt hätten dafür, wer und was sie sind, noch dass sie jemals ihre individuelle Kraft so deutlich gespürt hätten wie in den Momenten, in denen sich die kollektive Gruppe besonders deutlich gezeigt habe. „

Lernen lernen – Das Geschenk des Nichtwissens

Wilhelm Busch´s Lehrer Lämpel (Foto: Wikipedia)
Wilhelm Busch´s Lehrer Lämpel (Foto: Wikipedia)

Was haben wir also über Lernen gelernt? Was haben wir über das Streben, die Aneignung und Aufrechterhaltung von Wissen gelernt? Wie würden wir ein wirklich stabiles Wissensmanagement betreiben? Eine einfache Antwort könnte sein: Open Space.

Diese Antwort würde für viele nicht befriedigend sein. Würde man sich in verschiedenen Situationen im Wissensmanagement auf die elegante Einfachheit von Open Space Technologie einlassen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass einige passende Antworten gefunden werden würden oder zumindest die Frage besser verstanden wäre.

Für die meisten Situationen, in denen jedoch Open Space Technologie nicht möglich oder praktikabel ist, glaube ich, dass es letztlich zwei fundamentale Imperative gibt: 1) Ehre das Nichtwissen. 2) Respektiere die Kraft der Redundanz. Zweifellos gibt es eine Menge mehr Ratschläge, aber diese zwei setzen sich über viele konventionellen Weisheiten und Praktiken hinweg, wenn es um die Erzeugung von Wissen geht. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass sie bei Vorhaben vergessen oder vermieden werden.

Das Nichtwissen (das Unbekannte) zu ehren, ist unser Ausgangspunkt. In den Vereinigten Staaten, und ich vermute in den meisten Teilen der westlichen Welt, ist der Drang zur „Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 8“ weiterlesen

Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 7

„Die Erfahrung zeigt, dass berichtenswerte Dinge schneller durch die Open Space – Landschaften jagen, als sie in Berichten oder auf Computerbildschirmen erscheinen.“

Die Suche nach dem jeweiligen Optimum im Open Space

Harrison Owen, Erfinder von Open Space und Autor des Artikels
Harrison Owen, Erfinder von Open Space und Autor des Artikels

Mit dem gebührenden Respekt gegenüber meinen Mitmenschen mache ich den frechen Vorschlag, dass einem der Mechanismus bei Ameisen wohlbekannt ist. Es ist die uralte Suche nach dem jeweiligen Optimum. Wenn für die Ameisen ein paar basale Erfordernisse erfüllt sind (viel Raum, eine große Anzahl, große Redundanz und schnelle, einfache und genaue Kommunikation), ist ein positives Ergebnis sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht garantiert.

Der Raum ist – wie beschrieben – sehr groß und gleichzeitig ausreichend begrenzt um den Fokus und die Intention der Versammlung zu klären. Die Anzahl der Teilnehmer hat praktisch keine Grenze. Die Organisationsentwicklung unterstützt üblicherweise, das „ganze System in einen Raum“ zu bekommen. Diese Aufforderung führt normalerweise zu einer kleinen, repräsentativen Gruppe von Stakeholdern. Mit Open Space ist buchstäblich der Himmel die Grenze. Gruppen bis 2000 Teilnehmer haben gut funktioniert und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass diese Anzahl nicht erhöht werden könnte. Natürlich könnte möglicherweise der physikalische Raum ein Problem werden, aber kein unlösbares. Mit den Möglichkeiten der Internetkommunikation ist es möglich, simultane Open Spaces an vielen Plätzen zu einem Thema für eine sehr große Gruppe zu veranstalten. Mehr Teilnehmer? Erweitern Sie einfach den Raum.

Die Erwähnung des Internets bringt uns zur Berücksichtigung der Kommunikation im Open Space. In einer typischen Situation sind Computer für die Teilnehmer vorbereitet. Wenn jede Themengruppe ihre Diskussion beendet hat, wird der Gründer dieser Gruppe einen kurzen Bericht auf dem Computer erstellen. Dieser Bericht wird dann sofort online und als hard copy an alle Teilnehmer verteilt. Zum Ende der Veranstaltung gibt es für die Teilnehmer einen kompletten schriftlichen Bericht über die Arbeit, der nach Hause mitgenommen werden kann oder online verfügbar ist. Ein Open Space fördert eine recht genaue, einfache und schnelle Kommunikation. Die meisten Teilnehmer lesen den Bericht. Neugierde stellt sicher, dass sie wissen wollen, was passiert ist. Die Computer und Berichte sind aber nur die Spitze es Kommunikations-Eisberges.

Die kraftvollste Kommunikation „Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 7“ weiterlesen

Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 6

„Open Space ist durch konstante Bewegung charakterisiert – intellektuell, körperlich und (häufig) emotional. Das, was dem externen Beobachter chaotisch erscheint, ist für die Mehrheit der Teilnehmer etwas Natürliches, sogar Absichtsvolles und während sie nicht genau wissen, wohin sie gehen, scheint ihnen ihre Reise Spaß zu machen.“

Bild: Andreas Zeuch

Open Space als Möglichkeitsraum

Jede Open Space – Veranstaltung beginnt mit nichts als einer Frage, und Fragen erschaffen im Gegensatz zu Bemerkungen Raum. Dieser Raum ist jedoch nicht Nichts. Er ist zunächst in weit gesteckten Grenzen definiert, aber das macht klar, dass wir von diesem Raum sprechen in Abgrenzung zu allen anderen. „Was sind die zu lösenden Probleme und Möglichkeiten um die Qualität der Wasserversorgung unserer Gemeinde zu verbessern?“ Diese Frage schafft einen konzeptuellen Rahmen mit dem Fokus der „Wasserversorgung in unserer Gemeinde“. Bestimmte Dinge sind ausgeschlossen, zum Beispiel die Wasserversorgung auf dem Mars. Die Frage schafft aber ebenso Raum für diejenigen, die sich für „unsere Gemeinde“ und „Wasserversorgung“ interessieren. Nur diejenigen, die dies interessiert, werden von dieser Frage angezogen. Der Magnetismus der Frage lädt den Raum mit elektrisierenden Möglichkeiten. Aber bitte beachten Sie: Es ist noch keine Antwort in Sicht. Deshalb ist dies eine wirkliche Frage im Gegensatz zu rhetorischen Fragen.

Wenn die Frage gestellt ist und die Teilnehmer sich versammeln, sitzen sie in einem Kreis – mit Nichts in der Mitte. Es gibt keine Tische, kein Podium; lediglich die Teilnehmer, die sich ohne Hindernisse anschauen. Und wenn 2000 Teilnehmer da sind, ist es ein sehr großer Kreis, ein sehr großer Raum. Aber auch mit kleineren Gruppen fühlt sich der dazwischen liegende Raum für die meisten Teilnehmer komisch an, für manche sogar unangenehm. Es lohnt sich, die Teilnehmer zu beobachten, wenn sie sich setzen. Einige scheinen verwirrt, wo sie sitzen sollen, da keine Plätze reserviert sind und im Kreis gibt es kein Vorne oder Hinten. Wie kleine Kinder, die ein Schwimmbecken erkunden, sind sie sich des Randes sehr bewusst und wenn sie diesen Rand überschreiten (den Zeh ins Wasser stecken), weichen sie schnell wieder zurück. Wenn sie es für nötig befinden, zur anderen Seite zu gehen, dann laufen sie eher den gesamten Kreis ab, als durch die Mitte zu gehen.

Der physikalische und der konzeptuelle Raum sind komplementär.
„Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 6“ weiterlesen