Geht es bald auch ohne Chefs?

Die Entscheider in Unternehmen seien zunehmend von der Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse und der Komplexität der Situation überfordert.

so schreibt Sven Astheimer in seinem Artikel “Entscheidungsfindung -Der Publikumsjoker für den Chef” veröffentlicht im Online-Portal der Frankfurter Allgemeine.

Mich wundert es manchmal, dass sich überhaupt noch jemand traut, etwas zu entscheiden.

so Prof. Peter Kruse. Um wichtige Entscheidungen aber nicht zunehmend aus dem Bauch heraus treffen zu müssen, sei die Einbeziehung des Kollektivs die beste Alternative. „Wer das nicht hinkriegt, bekommt ein grundlegendes Problem in komplexen Situationen.

In dem Artikel Warum ist der Publikumsjoker stets erfolgreicher als der Expertenjoker, veröffentlicht in der November/Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Führung + Organisation (zfo) weist Heiner G. Koppermann, Managing Director der SwarmWorks Ltd. darauf hin, dass es mathematisch nachweisbar ist, dass bei einer genügenden Menge an Halbwissenden diese in Summe annähernd die notwendigen 100% Wissen zur Lösung eines Problems aufbringen.

Wenn Mitarbeiter nur an der seitens der Firmenleitung ausgegebenen Strategie mitarbeiten dürfen, so können diese, wenn die Strategie nicht aufgeht, leicht sagen: “ich hab´s ja kommen sehen, aber man hat mich ja nicht gefragt”. Der Rechtsschutzversicherer Arag ist daher während einer seiner Führungskräftekonferenz einen anderen Weg als bisher gegangen. Herr Astheimer berichtet in seinem Artikel dazu: „Geht es bald auch ohne Chefs?“ weiterlesen

Unsere Welt wird immer komplexer. Hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams?

Prof. Peter Kruse führt in dem folgenden Video aus, dass wir Menschen nicht in der Lage sind, komplexe Probleme wirklich zu verstehen. Entweder wir trivialisieren, z.B. wählen wir bei der Produktauswahl das Billigste, negieren es, oder wenden als beste Strategie unsere Intuition an. Wie entscheiden Sie z.B. ihren Autokauf. Anfangs werden Sie die vielen Parameter versuchen zusammenzutragen und zu vergleichen. Aber unser Gehirn kann maximal 8-12 Parameter beherrschen, danach sind wir überfordert. Also lassen wir unseren Bauch sprechen (erinnern wir uns an den Fernsehautowerbespruch: “Brauchen Sie es denn?” “Nein, aber ich will es haben!”).

In der Wirtschaft ist es ebenso, wie wir das hier auf dem Blog schon häufiger nachlesen konnten. Und da die Intuition jedes Einzelnen sich über Krisen entwickelt, stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung nicht schon zu lange her war und die Intuition nicht mehr zum aktuellen Rahmenwerk passt. Also kann man sich doch besser auf die Intuition von mehreren verlassen. Demnach wird das Team, mit dem man zusammen arbeitet, immer wichtiger. Und schon kommt es zu mehr selbstorganisierenden Teams. Und genau das macht die SCRUM Teams so stark. Man muss sich nicht mehr auf einen Kopf allein verlassen, dessen Ausbildung der Intuition womöglich nicht mehr aktuell ist.

Ein weiteres Thema von Prof. Kruse ist die Vernetzung. Also das, was wir „Unsere Welt wird immer komplexer. Hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams?“ weiterlesen

Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen

Langes Analysieren ist in einer Kultur ohne Fehl und Tadel vordergründig nur die vorweggenommen Entschuldigung, wenn sich die Entscheidung als falsch herausstellt.

Foto: Cover-Ausschnitt von Feel it! …

Die folgende Rezension des Buchs Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen von Dr. Andreas Zeuch schrieb ich vor 5 Jahren auf Amazon, und da es immer noch aktuell ist, möchte ich den Text auch hier nochmals bringen:

agiles Geschäftsprozessmanagement über intuitive Improvisation …

… so habe ich schon einmal selbst gepostet, da ich den Bezug zum Geschäftsprozessmanagement, meinem Steckenpferd seit 1992, schon zur Hälfte des Buches erkannt hatte. Womit auch schon klar ist, an wen sich dieses Buch richtet: an Alle, die im Geschäftsleben zu lenken, zu entscheiden haben. Aber auch an alle, die merken, dass unsere Arbeitsphilosophie auf andere Füße gestellt werden muss, wollen wir raus aus dem Tal der lethargischen Mitarbeiterschaft und das Potential selbstlernender Organisation und innovativer Mitarbeiter heben.

Es ist wieder eins der erhellenden Bücher, erfrischend, spannend und auch überzeugend geschrieben. Sehr gut gefallen haben mir die vielen Beispiele aus der Forschung und auch die Geschichten, die sich ereignet haben. Untermauern sie doch immer wieder die aufgestellten Hypothesen. Nach jedem der Kapitel werden nochmals die dazu interessanten Bücher als weiterführende Literatur angegeben.

Der häufigste Satzbeginn, der uns in aktuellen Marketingmaterialien kommt ist: „In unser immer komplexer werdenden Welt …“. Und genau hier „Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen“ weiterlesen

Der Weg in die totale Kontrolle …

„Ein Kriminalfall ist es, weil die Begründung der Bargeldabschaffer nicht mit ihren tatsächlichen Absichten übereinstimmt und weil die Folgen zu gewaltigen Umverteilungen führen werden, derer sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht bewusst sind.“

Wirtschaftsdemokraten sprechen von Beteiligung, Vertrauen und Transparenz. Von Selbststeuerung statt Fremdsteuerung. Da passt Kontrolle als Gegenteil von Vertauen so gar nicht ins Bild. Aber genau das müssen wir seit 9/11, spätestens aber mit dem Beginn der Wirtschaftskrise 2008 zunehmend beobachten. Unsere Politiker verabschieden mit dem Argument für mehr Sicherheit immer mehr Gesetze, die uns kontrollieren sollen. Aber es sollen nicht nur die Geheimdienste wie die Datenkraken NSA und sein kleiner deutscher Ableger BND alles über uns wissen. Das nächste Ungemach kommt uns nun mit der Abschaffung des Bargelds forciert von den Stakeholdern der Banken. Einem Wirtschaftsdemokrat dürfte das mit Blick auf eine gewünschte Vertrauenskultur so gar nicht schmecken.

Ich möchte hier den Faden der beiden Artikel von Conny Dethloff aufgreifen. In seinem ersten Artikel hat er aufgezeigt, was der grundsätzliche Fehler in unserem Finanzsystem ist, so dass laufend Geld von Arm nach Reich fließt. Ergebnis: den 62 reichsten Familien gehört inzwischen die halbe Erde, Tendenz exponentiell beschleunigend. In seinem zweiten Artikel hat er ein Geldsystem vorgestellt, das zum Nutzen Aller und nicht nur Weniger ist und für ein faires Wirtschaften sorgt. Mein aktueller Artikel soll nun aufzeigen, welche Kreise mit ihren „Vordenkern“ die Einführung eines solchen Geldsystem nicht nur verhindern sondern noch stärker absichern wollen.

Norbert Häring (Foto: Homepage)
Norbert Häring (Foto: Homepage)

Norbert Häring, Autor und Journalist, schreibt seit Jahren respektlos und allgemein verständlich über ökonomische Zusammenhänge. Nun liegt sein neues Buch vor, zu dem er aufgrund seiner tiefgehenden Erkenntnisse überredet wurde, vor: Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle. Aus diesem Buch möchte ich die wichtigsten Fakten zusammenfassen. Vielleicht können wir ja den nächsten „Putsch“ unseres Bundestages (für mich gab es da schon einige Entscheidungen, die so in einem Volksentscheid nicht durchgegangen wären, zuletzt der Rettungsschirms namens ESM-Vertrag) verhindern, wenn wir wissen, was für uns gut ist.

Rundfunkgebühren via Bargeldzahlung

„Der Weg in die totale Kontrolle …“ weiterlesen

Die zentrale Steuerung scheitert, es lebe die dezentral organisierte Mitmachgesellschaft!

„An die Stelle der Homo oeconomicus, der nur an sich, nicht aber an andere und auch nicht an die Umweltfolgen denkt, tritt der vernetzt denkende Homo socialis, der realisiert, dass es allen besser geht, wenn jeder ein bisschen auf die anderen und die Umwelt Rücksicht nimmt.“
Prof. Dirk Helbing

Die Komplexität unserer Welt nimmt genauso exponentiell zu wie viele andere Parameter auch, z.B. die Schulden- und Guthabenberge, die Dinge, die ans Internet angeschlossen werden, die von unseren „Sicherheits“organisationen aufgesogenen Daten, genau sowie die Automatisierung in der Produktion. Zwar steigert sich die Rechenleistung unserer Computersystem ebenso exponentiell, aber die Supercomputer werden dennoch nicht mehr in der Lage sein, unser Wirtschaftssystem zentral zu steuern. Der Soziophysiker Dirk Helbing sieht als Lösung die Dezentralisierung der Entscheidungen. Das von Oben nach Unten Denken verliert an Kraft. Die Intelligenz der Diversität des Wissens der Vielen kommt nun zum Tragen:

Mitmachgesellschaft

Fundstelle: Menschheit steht vor dem größten Umbruch seit der industriellen Revolution 

„Die zentrale Steuerung scheitert, es lebe die dezentral organisierte Mitmachgesellschaft!“ weiterlesen

Ubuntu – So arbeiten Ihre Teams entspannt und effektiv zusammen

Am Ende steht ein Team aus hilfsbereiten, gelassenen und freundlichen Mitgliedern, die Ergebnisse stimmen, die Termine werden eingehalten, der Arbeitsplatz als auch die Ehe sind gerettet, und in der Firma sind überall glückliche Gesichter zu finden.

Foto: Peter Draschan – pixelio.de

Wir sind der Meinung, dass auf lange Sicht gesehen Afrikas Beitrag für die Welt aus dem Bereich der menschlichen Beziehungen stammen wird. Die großen Weltmächte haben vielleicht Wunder darin vollbracht, der Welt ein industrielles und militärisches Antlitz zu verleihen, aber das große Geschenk wird aus Afrika kommen –
Der Welt ein menschlicheres Gesicht zu geben.

Steve Biko 1970
Politischer Aktivist, der wegen seiner Überzeugungen sterben musste.

So beginnt das Buch Ubuntu!: So arbeiten Ihre Teams entspannt und effektiv zusammen der Bestseller-Autoren Stephen Lundin und Bob Nelson.

Das Buch bringt in Romanschreibe eine äußerst zuträgliche Führungskultur rüber. Es geht um nicht mehr, als das Gefühl der Erfüllung beim Arbeiten. Und was aber die Unternehmensführung mehr freuen wird: diese Kultur führt zudem zur Steigerung der Produktivität.

Was ist Ubuntu?

Die afrikanische Lebensphilosophie mit dem süd-afrikanischen Zulu-Wort Ubuntu lässt sich in dem folgenden Satz kurz beschreiben: „Ubuntu – So arbeiten Ihre Teams entspannt und effektiv zusammen“ weiterlesen

Die Zähmung der Macht: das SK-Prinzip

Ein Verfahren, dass nicht mehr Parteien gegeneinander stellt und so anstelle von Gewinnern und dagegen agierenden Verlierern zu gemeinsamen getragenen Lösungen führt.

Foto: Momentaufnahme des folgenden Videos „Online Konsensieren

Auf Business Konsens ist ein Video zu finden, das am Bespiel der Entscheidungsfindung zu einer Klettertur darstellt, wie anstelle der demokratischen Mehrheitsentscheidung das Konsensieren auf Basis von Widerständen zu harmonischeren Lösungen führt. Es wird zudem am Anfang dargestellt, welcher Fehler in unserem Parteiensystem steckt, in dem sich die Parteien gegenseitig bekämpfen, um am Ende die Mächtigeren zu werden. Auch diese Zusammenhänge machen deutlich, welche Potentiale im SK-Prinzip stecken:

Konfliktfrei entscheiden in Gesellschaft und Politik

„Die Zähmung der Macht: das SK-Prinzip“ weiterlesen

Arbeitslosengeld versus Grundeinkommen …

„Es gibt so viele Dinge, die sozial sinnvoll sind, aber sich finanziell nicht lohnen. Mit einem Grundeinkommen wären wir alle frei, sie zu erforschen.“ – Federico Pistono

Foto: Dr. Martin Bartonitz – Nov. 2012

Ich hatte Ende 2012 die Gelegenheit, einen jungen Mann kennenzulernen, der sich mit der Thematik des bedenkbaren Ausmaßes unserer Automatisierungen beschäftigte und dabei recht gelassen war, sah er doch viel Potential darin, dass wir bald sehr viel weniger lohnarbeiten und dafür mehr Zeit für das haben würden, was uns begeistert oder was dringend im sozialen Bereich (mein Bericht dazu: Nachlese: Roboter werden Deinen Job vernichten – Federico Pistono) zu tun ist.

Drei Jahre später stoße ich nun auf ein Interview, das Hans-Arthur Marsiske mit Federico Pistono im Kontext seines Buchs „Robots stehlen Deinen Job, aber das ist OK – wie man den Wirtschaftskollabs gllücklich übersteht“will (siehe auch diesen Artikel auf dem Blog dazu: Robots will steal your job, but that’s OK) geführt hat. Ich möchte diesen kleinen Auszug hier zur Diskussion stellen, geht es doch um das die Nation zunehmend spaltende Thema des Grundeinkommens. Das eine Lager mit dem Weltbild des X-Menschen (siehe: Vom Paradigmenwechsel unseres Menschenbilds: die X-Y-Theorie) ist der Meinung, dass damit die Faulheit weiter unterstützt würde. Das andere Lager mit dem Weltbild des Y-Menschen sieht darin die wahre Befreiung der Menschheit, die zu einem Miteinander auf Augenhöhe führen sollte. Hier nun die Sicht von Federico: „Arbeitslosengeld versus Grundeinkommen …“ weiterlesen

Nachlese der Filmpremiere von AUGENHÖHEwege in Köln

„Unser Führungskonzept mag vielleicht gerade deshalb so erfolgreich sein, weil wir keine Managementliteratur gelesen haben.“

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, nach der Teilnahme an der Premiere des ersten Films AUGENHÖHE in Hamburg Anfang 2015 (siehe meinen Bericht) auch bei der Premiere des Nachfolgefilms dabei zu sein. AUGENHÖHEwege (selbst schauen) wurde dieses Mal in 10 Großstädten inklusive Zürich und Wien vor über 1.000 Zuschauenden gezeigt. Ich war in Köln mit dabei.

Die Moderatoren der Premiere von AUGENHÖHEwege in Köln
Die Moderatoren Tina Aghajani, Eike Brechlin und Jens Petri sowie der Special Fillmgast Stephan Grabmeierder der Premiere von AUGENHÖHEwege in Köln bei Startplatz im Mediapark

Tina Aghajani begrüßte uns zusammen mit Eike Brechlin („Belgier“, der bei der Interanationalisierung des ersten Films sorgte),  Stephan Grabmeier (Protagonist im zweiten Film) und Jens Petri (wie Tina im intrinsify!me-Netzwerk aktiv).

Austragungsort waren äußerst passend der Startplatz, einem Startup-Inkubator (Achtung: aktuell 100 Startups) in Kölle. Für die Teilnehmer der Premiere gab es vor dem Start des Films noch eine Führung durch die beeindruckend gestalteten Räumlichkeiten. Danke auch dafür!

Nach dem wieder sehr berührenden Film, der hoffentlich sehr bald wieder für die private Nutzung frei verfügbar sein wird, wurde nach einer kleinen Stärkung noch im Format des World Café bis 22 Uhr zu vier Fragen im Kontext von Augenhöhe gearbeitet. „Nachlese der Filmpremiere von AUGENHÖHEwege in Köln“ weiterlesen

Augenzeugenbericht von der Premiere des Films AUGENHÖHE

Ich wünsche mir, dass dieser Film von möglichst Vielen gesehen wird, so dass die Transformation in der Arbeitswelt weiter voran schreitet und sich damit das Bild von Führung wandelt. Zur Gesundung von Leib und Seele und damit auch der Wirtschaftlichkeit …

Ich nahm letztes Jahr das erste Mal an einer Filmpremiere teil. Ich schrieb damals, dass ich gleich dreifach motiviert war:

  1. Der Film hat für mich das Potential, die gerade anstehende Transformation unserer Gesellschaft hin zu mehr Selbstbestimmtheit stark zu unterstützen. Ich gehe davon aus, dass er sich viral verbreiten wird und damit das in ihm schlummernde Mem, sich noch mehr auf Augenhöhe zu begegnen, so dass Arbeit auch für Alle ein wichtiger Teil des Lebens werden kann, in viele Köpfe festsetzen wird.
  2. Ich habe drei Mitglieder des Projektteams in den letzten zwei Jahren im Rahmen meiner Teilnahmen an Veranstaltungen von Stypes = Selbstbestimmten Typen des intrinsify!me-Netzwerkes kennenlernen dürfen. Somit konnte ich auch schon früh die Entstehung der Projektidee ein wenig mitverfolgen.
  3. Ich hatte mich zur Unterstützung des Projekts das erste Mal an einem Crowdfunding via startnext beteiligt, sobald es dort eingetragen war. Und da freute es mich besonders, dass es das viert-erfolgreichste Funding in Deutschland und das 15-erfolgreichste der Welt in 2014 wurde, denn es sind über 50.000 € zusammen gekommen.
Museum der Arbeit in Hamburg
Museum der Arbeit in Hamburg

Eine Currywurst war es, die uns am Ende in das Museum für Arbeit in Hamburg als Austragungsort kommen lassen. So berichtete die Chefin des Museums. Denn sie hatte Silke, eine der fünf Macher des Films, „über einer Currywurst“ auf einer Veranstaltung kennen gelernt und dabei hatten sie die Idee geboren, die Premiere an diesem so passenden Ort stattfinden zu lassen: „Augenzeugenbericht von der Premiere des Films AUGENHÖHE“ weiterlesen