Die digitale Transformation dürfte die Evolution …

 … und unsere Zukunft massiv beeinflussen. Vielleicht hilft sie, die notwendige Große Transformation zu schaffen, die die Menschheit dringend braucht.

Zu jedem der in diesem Satz genutzten Begriffe habe ich eine These aufgestellt, sprich meine „basic believes“ formuliert. Hier sind sie:

  • Zukunft
    Ich meine, dass Zukunft nicht vorhersagbar ist!
    Das ist auch die erste These des für mich großen und leider schon verstorbenen Management-Wissenschaftlers Hans Ulrich aus St. Gallen, der in den 80iger-Jahren mit seinem Aufsatz „8 Thesen zum Wandel im Management“ die Lehre vom Management revolutionierte.
    Es mag zwar möglich sein, wenn man die Werkzeuge der Wissenschaft mit gesundem Menschenverstand anwendet, ab und zu Vorhersagen für die Zukunft zu machen, die richtig sind. Also eine Art von „Botschaft aus der Zukunft“ zu empfangen, die zu korrekt zu interpretieren aber nie gelingt.
    Mir scheint, dass die Zukunft der Menschheit mit der Metapher eines Bootes auf einem Fluss beschrieben werden kann. Der Fluß fließt in „weißes Gebiet“. Das Boot bewegt sich flußabwärts auf dem Fluss.
    Die Flussgeschwindigkeit des Flusses kann man messen wie auch z.B. sein Gefälle und weitere Daten. Daraus lassen sich aber nur sehr begrenzte Schlüsse ziehen, wie es wohl weiter geht. Mit dem Fernglas als Werkzeug kann man ein wenig in die Ferne sehen, aber auch das hilft nur sehr eingeschränkt.
    Der weitere Verlauf des Flusses (wird er breiter oder geht es reißend durch eine enge Schlucht, kommt eine Kehre oder ein Wasserfall oder versickert der Fluß plötzlich im Boden?) ist nicht vorhersagbar.
    Und in dieser Metapher wissen wir nicht einmal, ob die Menschheit das Boot auf dem Fluß oder das Wasser des Flusses ist (oder vielleicht nur ein Fischschwarm?).
  • Evolution
    Evolution hat keinen Zweck. Vielleicht versucht das Leben so sein Überleben zu sichern, wir wissen aber nicht warum und wieso.
    Ich meine, dass – so wie die Zukunft nicht vorhersagbar ist – kann auch die Evolution nicht gesteuert werden. Wir können eben kein „steering committee“ aufstellen und sagen „Bitte steuert die Evolution!“. Das wird nicht funktionieren (so wie es in den großen Unternehmen und sozialen Systemen übrigens auch nicht funktioniert).

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Das Ende des Managements

Immer wieder reden und denken wir in Projekten. In den Unternehmen wie im Leben. Und sehen, wie die Projekte scheitern. Eins nach dem Anderen. Immer mehr. Es gibt kaum mehr ein Projekt, dass in “time & budget” das gewünschte Ergebnis liefert. Und selbst wenn mal durch Zufall das gewünschte Ergebnis erreicht zu sein scheint, löst dieses das ursprüngliche Problem nicht.

Noch schlimmer:

Viele Unternehmen stecken ihre gesamte geplante Dynamik in eine Menge von einzelnen Projekten. Für die sie sich nach komischen Kriterien entscheiden. Oft setzen sich die lautesten Protagonisten durch. Die konkurrieren dann gegeneinander und machen gelegentlich sich und ihre Projekte eventuell sogar noch gegenseitig schlecht.

Die meisten dieser Projekte scheitern dann. Oft vorhersagbar und mit wesentlichem Schaden. Und das Schlimmste – jeder weiß, dass es so nicht funktioniert. Aber das wird ignoriert. Zwar wird der Druck auf die Beteiligten erhöht, aber letztendlich werden die Scherben unter den Teppich gekehrt. Denn man schadet sich ja auch selber, wenn man zu gibt, dass das eigene Projekt gescheitert ist.

Und oft erscheint es wie ein Wunder, dass diese Unternehmen trotz ihrer vielen gescheiterten Projekte ganz gut weiter leben.

Was lernen wir daraus? „Das Ende des Managements“ weiterlesen

Moral, Ethik, Entscheidungen, Freiheit, Regulierung und was ich möchte.

Hier meine persönlichen und konvergierenden Erkenntnisse zur Ethik & Moral

1. Moral und Ethik

Immer mehr beginne ich zu verstehen, dass Moral und Ethik zwei böse Schwestern sind, denen es nicht gefällt, wenn andere “Lust” empfinden. Die ältere Schwester heißt Moral und richtet seit Urzeiten beliebig viel Unheil an. Ihre jüngere Schwester, die “Ethik” meint es besser. Sie versucht zu retten, was ihre ältere Schwester “Moral” angerichtet. Nur zu oft macht sie es aber schlimmer nach dem Motto “gut gemeint aber schlecht” gemacht.

Mit diesem Bild will ich sagen, dass die Moral ursächlich für vieles Schlimme ist und der Anspruch der Ethik, es besser zu machen, nicht funktioniert. Am Schluss kommt immer wieder eine Moral mehr dabei heraus.

2. Moral und Entscheidung

In meinem Weltbild habe ich lange Entscheidungen vor allem im Spannungsfeld von Ratio (Fakten, Bewertung, Folgerung, Kopf) und Intuition (Emotion, Gefühl, Bauch) gesehen. Wobei ich die Heuristik der Intuition zugeschlagen habe.

Mittlerweile sehe ich immer klarer, dass es noch eine dritte, oft ungeheure mächtige Einfluss-Größe gibt. Das ist die Moral, die immer wieder Entscheidungen gegen den gesunden Menschenverstand bewirkt.

Das habe ich im eigenen Leben zu oft erlebt. Alle falschen Entscheidungen, die ich getroffen habe, sind mit moralischen Argumenten durchgesetzt worden. Und ich habe wesentlich genau unter diesen Entscheidungen gelitten!

Und wenn ich heute den Menschen beim Konsens finden und Entscheidung machen bewusst zuhöre, dann bemerke ich immer mehr, dass die ausgetauschten Argumente überwiegend moralischer Art sind und nicht aus der Vernunft stammen, nicht dem gesunden Menschenverstand folgen und auch nicht der Heuristik oder Intuition. Das finde ich bestürzend. Nein, die Moral dominiert die Entscheidungen.

3. Moral und Regulierung

Mir ist bewusst geworden, wie sehr wir im einfachen Reden und Sprechen wie im Denken und Argumentieren laufend moralisieren und wie sehr wir von Moral und vielen kleinen und großen Moralismen geprägt sind. Zudem bilden Systeme, in denen wir leben,massive kollektive Konstrukte aus, die uns weiter “moralisch” beeinflussen und prägen. „Moral, Ethik, Entscheidungen, Freiheit, Regulierung und was ich möchte.“ weiterlesen