Empfehlung: Konferenz „Agile Verwaltung 2017“

konferenz-agile-verwaltungFür Jene, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sind und in der letzten Zeit begannen zu ahnen, dass die Arbeitsweisen hier völlig veraltet sind und eine Auffrischung gut stehen könnte, dem möchte ich die im Folgenden vorgestellte Konferenz „Agile Verwaltung 2017“ am 10. Februar in Stuttgart ans Herz legen. Hier soll erfahren werden können, wie Arbeiten selbstbestimmter gestaltet sein kann und dabei viel effektiver und gleichzeitig effizienter Ergebnisse für alle Beteiligten erzielt werden können.

Der Kongress wird vom Forum Agile Verwaltung (siehe Website) veranstaltet, der Anfang des Jahres gegründet wurde. Als Mitgründer bin ich hier aktiv und habe u.a. die Idee zur Keynote eingebracht. Wir wollten zu Beginn eine Organisation vorstellen, der es gelungen ist, sich komplett auf neue, agile Arbeitsmethoden einzulassen. Und so freue ich mich um so mehr, dass wir einen der Macher von Buurtzorg gewinnen konnten, selbst vorzustellen, wie die Reise dorthin gelang. Buurtzorg ist ein Dienstleister für Heimpflege in Holland, dem es doch seine unkonventionelle Art der Arbeitsorganisation gelingt, doch mehr Zeit für die zu Pflegenden aufzubringen, als es sonst üblich ist. So gelänge es, dass sich die Pflegenden viel besser auf die Bedürfnisse der zu Heilenden einlassen können und – man staune – schneller wieder ins normale Leben entlassen können, bzw. ihr Zustand sich deutlich bessert. Das Arbeitsklima bei Buurtzorg hat sich in Holland schnell rum gesprochen, so dass inzwischen fast 25% der Pflegenden den Weg zu Buurtzorg fanden, u.a. da auch die Krankenversicherung das Potential dahinter erkannten (ich schrieb schon einmal: Buurtzorg – Beispiel für die Neuerfindung von Organisation)

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Beitragen-können erlebbar machen …

Überlass das Denken den Pferden, die haben einen größeren Kopf!

Ich bin Baujahr 1958 und hatte diesen Spruch noch selbst anhören dürfen. Vermute, dass er auf dem Bau auch heute noch gesprochen wird. Er steht sinnbildlich dafür, jedwedes In-Frage-stellen zu unterlassen und Anweisungen zu gehorchen. Egal über es begründete Überlegungen sind oder nicht. Eben die klare Rolle: Der Chef ist für das Denken da und der Arbeiter für die Umsetzung mit seinen Händen. Taylor lässt grüßen.

Inzwischen hat sich die Arbeitswelt in vielen Bereichen schon geändert. In der neueren Managementliteratur wird darauf hingewiesen, dass in den stabilen damaligen Märkten zu Zeiten Taylors, das Vorgehen passte, in unserer Zeit der gesättigten und aber sehr volatilen Märkten gepaart mit der Vernetzung des Internets passe das nicht mehr und gehöre auf den Müllhaufen. Die Rolle des leitenden Managers wandelt sich vom Befehlenden hin zu einer, die ein Team von Experten befähigt, exzellent arbeiten zu können. In einer solchen Rolle kommen Menschen auf Augenhöhe zusammen und betrachten sich, wie es Goethe schon erkannte:

Wenn wir, sagtest du, die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter. Wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind. (Wolfgang Johann Goethe – Wilhelm Meisters Lehrjahre VIII, 4)
Wer durch vielen Schuljahre gelaufen ist, wo strikt nach Plan mit Lob und Bestrafung, wo wenige Begeisterung aufkam, der wird am Ende in der Regel auf Gehorsam getrimmt sein, ohne dass er dies wirklich merkt. Arno Gruen spricht dabei von Selbstentfremdung. Ich nenne den Modus Erwartungshaltungserfüllung Anderer.
Der Film „Wie im Himmel“ zeigt auf, was mit Erwartungshaltungserfüllern passiert, wenn sie gemeinsam singen. Sie beginnen sich selbst wieder zu fühlen, und erkennen, welchen Beitrag sie in der Lage sind, in der Gruppe beizutragen. Wie der Raum für Möglichkeiten größer wird. Der Film macht das neue Rollenverständnis des „Chorleiters“ deutlich, die  alten Gehorsamsprogramme aufzubrechen um gemeinsam Großes leisten zu können.

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Sie haben es schon wieder getan – AUGENHÖHEwege – save the date!

Seid eingeladen dabei zu sein, wenn dieser neue, andere Film Premiere feiert und mit dem Team Wege zu entdecken sind, die Menschen und Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft der Arbeit gehen.

Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, bei der Premiere des ersten Films AUGENHÖHE über das neue Arbeiten dabei sein zu dürfen (ich berichtete). Und weil das dieser Film so großen Erfolg hatte, ging das Team ein weiteres Mal den Weg des Crowdfundings (über die Projektierung), sammelte fast 60.000 € ein und zeigt nun in der Fortsetzung AUGENHHÖHEwege. Während der erste Film das IST des Arbeitens auf Augenhöhe zeigte, geht es nun im zweiten Film darum, wie die Firmen dahin gekommen sind. 

Am 4. März ist es nun soweit: Es wird dieses Mal zehn Premieren an zehn Orten im gesamten deutschsprachigen Raum geben. Menschen aus der AUGENHÖHEcommunity organisieren die Veranstaltungen, das ist ein großartiger Beitrag zur Verbreitung von AUGENHÖHE in Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft.

Im Fokus steht die Arbeitswelt der Zukunft: Wie wollen wir arbeiten? Wie gelingt eine neue Kultur der Zusammenarbeit? Wie begegnen wir den ökonomischen Herausforderungen? Neue Wege zu beschreiten heißt, Gewohnheiten hinter sich zu lassen, Glaubenssätze zu überdenken und sich vor allem die Frage zu beantworten: Wohin soll die Reise gehen? AUGENHÖHEwege zeigt mutige Firmen, die sich genau auf diesen Weg gemacht haben. „Sie haben es schon wieder getan – AUGENHÖHEwege – save the date!“ weiterlesen