Systemarchetypen enttrivialisieren Entscheidungssituationen – Grenzen des Wachstums

Im Wettbewerb machen wir nur das, was wir bereits können, nur immer schneller. Es geht aber darum, Dinge zu denken, die derzeit für uns noch undenkbar sind.

Situationen, in denen Menschen beteiligt sind, sprich in “lebendigen” Situationen, sind laut des Kybernetikers Heinz von Förster prinzipiell nicht entscheidbar; und zwar deshalb nicht, weil Menschen “nicht-triviale Maschinen” sind. Die Entscheidungen sind stets eine Wette in die Zukunft. Damit unterscheiden sie sich von Situationen, wie beispielsweise das Lösen einer Rechenaufgabe wie “1+1″. Diese Situation ist bereits entschieden, muss also deshalb nicht mehr von Menschen entschieden werden.

Trotzdem müssen wir aber in prinzipiell nicht entscheidbaren Situationen entscheiden. Genau diese Tätigkeit macht unter anderem das Führen von Unternehmen aus. Die Schwierigkeiten des Entscheidens in prinzipiell nicht-entscheidbaren Situationen haben sich in der Vergangenheit findige Menschen zu Nutze gemacht und Modelle entwickelt, die diese Entscheidungen unterstützen sollen. Nur leider haben viele dieser Modelle einen entscheidenden Nachteil. Sie erfassen nicht die Dynamik dieser Situationen. Diese Modelle sind nämlich statisch. Dynamik, die Situationen oftmals erst so komplex erscheinen lassen, können Sie in dem von der Consideo GmbH erstellten Fitnesstest in Entscheidungssituationen nachvollziehen. Selbst in scheinbar einfachen Situationen haben wir enorme Schwierigkeiten, ohne adäquate Hilfsmittel zu entscheiden. Nehmen Sie sich beispielsweise die scheinbar einfache Aufgabe “Tuchstärke” in diesem Test vor und überprüfen Sie sich selbst.

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Sie haben es schon wieder getan – AUGENHÖHEwege – save the date!

Seid eingeladen dabei zu sein, wenn dieser neue, andere Film Premiere feiert und mit dem Team Wege zu entdecken sind, die Menschen und Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft der Arbeit gehen.

Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, bei der Premiere des ersten Films AUGENHÖHE über das neue Arbeiten dabei sein zu dürfen (ich berichtete). Und weil das dieser Film so großen Erfolg hatte, ging das Team ein weiteres Mal den Weg des Crowdfundings (über die Projektierung), sammelte fast 60.000 € ein und zeigt nun in der Fortsetzung AUGENHHÖHEwege. Während der erste Film das IST des Arbeitens auf Augenhöhe zeigte, geht es nun im zweiten Film darum, wie die Firmen dahin gekommen sind. 

Am 4. März ist es nun soweit: Es wird dieses Mal zehn Premieren an zehn Orten im gesamten deutschsprachigen Raum geben. Menschen aus der AUGENHÖHEcommunity organisieren die Veranstaltungen, das ist ein großartiger Beitrag zur Verbreitung von AUGENHÖHE in Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft.

Im Fokus steht die Arbeitswelt der Zukunft: Wie wollen wir arbeiten? Wie gelingt eine neue Kultur der Zusammenarbeit? Wie begegnen wir den ökonomischen Herausforderungen? Neue Wege zu beschreiten heißt, Gewohnheiten hinter sich zu lassen, Glaubenssätze zu überdenken und sich vor allem die Frage zu beantworten: Wohin soll die Reise gehen? AUGENHÖHEwege zeigt mutige Firmen, die sich genau auf diesen Weg gemacht haben. „Sie haben es schon wieder getan – AUGENHÖHEwege – save the date!“ weiterlesen

Augenzeugenbericht von der Premiere des Films AUGENHÖHE

Und ich wünsche mir, dass dieser Film von möglichst Vielen gesehen wird, so dass die Transformation in der Arbeitswelt weiter voran schreitet und sich damit das Bild von Führung wandelt. Zur Gesundung von Leib und Seele und damit auch der Wirtschaftlichkeit …

Ich war letztes Jahr das erste Mal bei einer Filmpremiere dabei. Motiviert dabei zu sein war ich gleich dreifach:

  1. Der Film hat für mich das Potential, die gerade anstehende Transformation unserer Gesellschaft hin zu mehr Selbstbestimmtheit stark zu unterstützen. Ich gehe davon aus, dass er sich viral verbreiten wird und damit das in ihm schlummernde Mem, sich noch mehr auf Augenhöhe zu begegnen, so dass Arbeit auch für Alle ein wichtiger Teil des Lebens werden kann, in viele Köpfe festsetzen wird.
  2. Ich habe drei Mitglieder des Projektteams in den letzten zwei Jahren im Rahmen meiner Teilnahmen an Veranstaltungen von Stypes = Selbstbestimmten Typen des intrinsify!me-Netzwerkes kennenlernen dürfen. Somit konnte ich auch schon früh die Entstehung der Projektidee ein wenig mitverfolgen.
  3. Ich hatte mich zur Unterstützung des Projekts das erste Mal an einem Crowdfunding via startnext beteiligt, sobald es dort eingetragen war. Und da freute es mich besonders, dass es das viert-erfolgreichste Funding in Deutschland und das 15-erfolgreichste der Welt in 2014 wurde, denn es sind über 50.000 € zusammen gekommen.
Museum der Arbeit in Hamburg
Museum der Arbeit in Hamburg

Eine Currywurst war es, die uns am Ende in das Museum für Arbeit in Hamburg als Austragungsort kommen lassen. So berichtete die Chefin des Museums. Denn sie hatte Silke, eine der fünf Macher des Films, „über einer Currywurst“ auf einer Veranstaltung kennen gelernt und dabei hatten sie die Idee geboren, die Premiere an diesem so passenden Ort stattfinden zu lassen: „Augenzeugenbericht von der Premiere des Films AUGENHÖHE“ weiterlesen

Enthemmt – und leider nackt

Ausschnitt des "Weltgerichts" von Hieronymus Bosch
Ausschnitt des „Weltgerichts“ von Hieronymus Bosch

Tummelplätze zivilisierten Umgangs sind die “social media” – Facebook zumal – gewiss nicht. “Ließe sich aus Pöbeleien Elektrizität gewinnen, könnte fb allein die Welt mit Energie versorgen”, habe ich kürzlich gelesen, fand das überzeugend und habe es geteilt. Es wird nichts nützen. Es mag statistisch belegt sein, dass die Menschheit heute weniger Mord, Totschlag, Kriegs- und andere Greuel erfährt als zuvor in ihrer Geschichte: Die gedankliche Bereitschaft, andere zu verletzen, um sich eigener überlegener Kraft und Wertigkeit zu vergewissern, sei beides auch nur eingebildet – diese Bereitschaft dürfte sich statistischen Erhebungen entziehen. Ob “hate speech” beim Imponiergehabe bleibt oder physischer Gewalt den Weg ebnet, ist die eine Frage.

Wenn demokratische Staaten mit halbwegs florierender Wirtschaft und funktionstüchtigem Rechtssystem sich darum bemühen, aggressive und auf Dominanz zielende Impulse von Einzelnen und Gruppen aufzufangen, gar fürs Gemeinwesen produktiv werden zu lassen, indem sie selbst divergenten Kulturen und bizarren Persönlichkeiten Freiräume öffnen und sie erhalten, werden sie zugleich gewärtigen müssen, dass auch die unerfreulichsten Geisteshaltungen sich ihre Nischen suchen. Dann wäre die nächste Frage, ob eine Gesellschaft sogleich mit dem Eisernen Besen “Wehret den Anfängen” üben oder es auf den praktischen Beweis ihrer Reife und überlegener Strategien ankommen lassen will. „Enthemmt – und leider nackt“ weiterlesen

Die Nächste Stufe unseres Bewusstseins und ihr aktiver Zugang

Gegenwärtig bewegen wir uns überwiegend in drei Bewusstseinszuständen.

Zustand 1 (kennt jeder): Gehorsam, Pflicht, Opferrolle, Verantwortung liegt bei Anderen, …

Zustand 2 (kennen viele in Europa): Kritik, Distanzieren, Polarisieren, Winner-Looser-Situationen gestalten, Wissenschaft des Äußeren, Intellekt, Strategie, …

Zustand 3 (damit können noch wenige bewusst umgehen): Verbundenheit, Ganzheitlichkeit, Winner-Winner-Situationen gestalten, Empathie, Coachen, Meditieren, …

Wir sind dabei nicht komplett und kontinuierlich in einem oder dem anderen Bewusstseinszustand, sondern wir können situationsbezogen in einer Situation in einem und in der darauf folgenden Situation in einem anderen Bewusstseinszustand sein. Solche Situationen können sein: Das Privatleben, das Arbeitsleben, das Gesellschaftsleben,… aber auch personenbezogene Situationen können einen Wechsel des Bewusstseinszustandes herbeiführen: z.B. Wechsel von einer Situation mit Person A zu einer Situation mit Person B, dadurch, dass Person B erscheint. ( In Filmen werden solche Wechsel oft dramatisch inszeniert)

Die Bewusstseinszustände können in jeder Reihenfolge auftreten, aber dennoch kann eine Reihenfolge in der menschlichen Biografie und beim bewussten Erwerb festgestellt werden.

Die Unterschiede des Bewusstseins

Zustand 1: Ich kann mich in meinen Tätigkeiten entfalten, ich kann mit meinen Händen und Füßen etwas schaffen, aber ich gehorche Autoritäten außerhalb meiner Selbst, die mich führen (z.B. Eltern, Lehrer, Chef, Idol, Guru, Pfarrer, Arzt, Direktor, …) . Ich möchte mich dieser Autorität widersetzen, aber sie hat Mittel und Fähigkeiten, die mich in eine Abhängigkeit zwingen. Diese basieren oft auf Angst (kennt Jeder aus der eigenen Kindheit und Jugend).

Zustand 2: Die Autorität zieht in mich selbst ein in Form meines eigenen kritischen Denkens, das ich trainiere, um nicht mehr von äußeren Autoritäten abhängig zu sein. Ich wende diese neuen Fähigkeiten an, um selbständig zu sein und um Andere von mir abhängig zu machen, um in den Zustand zu kommen, der mir Vorbild ist, den ich so sehr ersehnt und mir gewünscht habe. Durch die Fähigkeiten von Zustand 2 kann ich vieles erzeugen und verteidigen, das mir das Leben bequemer und komfortabler macht (dieses wirkt auch im Weltzusammenhang zwischen Industriestaaten und 2. bzw. 3. Welt). Es basiert aber auf der Winner-Looser-Strategie, und ich gehöre zu den Gewinnern und Andere müssen deshalb zu den Verlierern gehören. Und ich mache mir diese Zusammenhänge lieber nicht bewusst, sonst könnte ich aus diesem Zustand in den nächsten herüberkommen und meine Privilegien dann aus Einsicht aufgeben. Irgendwann bin ich dann aber bereit, mir diese Situationen anzuschauen, die Fähigkeit des Distanzierens und Hinterfragens auf mich selbst anzuwenden und dann ist der Übergang zum nächsten Bewusstseinszustand betreten.

Zustand 3: Ich merke immer mehr, dass ein Bereich in mir leidet und nicht befriedigt wird, es ist das Lebendige und das Leben selbst, das durch die Aktivitäten, die ich auf Stufe 2 erlernt habe, nicht beachtet oder zerstört wird. Ich spüre, dass ich einen Bereich in mir veranlagt habe, der mir helfen kann, aber er ist noch nicht entwickelt, sozusagen liegt noch in der Wiege. Diesen Bereich soll ich jetzt entwickeln, obwohl mein Selbstbewusstsein doch geprägt ist vom „erwachsenen“ Menschen, der sein Leben im Griff hat und sich als die Krone der Schöpfung ansieht. Hier ist eine Klippe, die viele Menschen erst schaffen, wenn sie mehrere große Lebenskrisen hinter sich haben, andere schaffen diese Klippe (noch) nicht. Bekomme ich mehr Sicherheit und Selbstvertrauen aus den Aktivitäten des Zustands 3, so merke ich, dass die Fähigkeiten der anderen Zustände sich verwandeln und umgestaltet werden, so dass immer mehr Widersprüche und Brüche aufgelöst werden.

Entwicklung von Bewusstsein

Nicht das Wissen alleine erlaubt uns die Bewusstseinsebene zu wechseln, sondern wir müssen uns auch die Fähigkeiten angeeignet haben, die uns erlauben. auf der anderen Ebene gewollt zu bleiben.

Die Fähigkeiten um von Ebene 1 nach Ebene 2 zu wechseln sind: geschultes Denken, Wissen, Intellektualität, Wissenschaftlichkeit, …

Die Fähigkeiten um nach Ebene 3 zu wechseln sind: geschultes Gefühl, Empathie, die Fähigkeiten, mit denen Coaches und Mediatoren arbeiten, psychologische Fähigkeiten, …

Diese Fähigkeiten sind zuerst Expertenfähigkeiten, von ihrer Natur her sind sie aber allgemeine menschliche Fähigkeiten. Vor 500 Jahren waren Fähigkeiten, die heute jedes Kind lernt, noch Expertenfähigkeiten. Ich hoffe, dass es keine 500 Jahre braucht, bis die grundlegenden Fähigkeiten von Coaches und Psychologen allgemeine Fähigkeiten sind. Aber erst wenn ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung (cá 7 bis 10 %) sich diese Fähigkeiten erarbeitet haben, beginnen sie gesellschaftlich eine sichtbare Rolle zu spielen. Ich denke wir sind in Europa jetzt an diesem Punkt.

Diesen Prozess zu fördern heißt also:

  1. Wahrnehmen, dass ein neuer Entwicklungsschritt sich anbahnt,
  2. das Wissen über diese Prozesse zu verbreiten und
  3. (ohne diesen Punkt wird kein Ergebnis erzielt werden) sich die Fähigkeiten zu erwerben.

Außerdem wird es sinnvoll sein, sich seiner eigenen seelischen Verletzungen und daraus folgender Blockaden bewusst zu werden und diese aufzulösen. Ich sehe die oft beklagten Zustände der Gegenwart als ein Ergebnis von: Bewusstseinszustand 2 erreicht, kein Zugang zu Bewusstseinszustand 3. Hier liegt eine Klippe: Um den Bewusstseinszustand 2 zu erreichen, wurde uns eingebläut: Wissen, Wissen und noch x mal mehr Wissen (geschultes Denken) bringt uns weiter. Aber das bringt uns nur auf Ebene 2 und nicht weiter, ja, es blockiert ein Weiterkommen. Zu Ebene 3 bringt uns nicht mehr Wissen, sondern mehr Fähigkeiten einer anderen Fähigkeitsdimension:
mehr Empathie, mehr geschultes Gefühl, und dieses wird im Zustand 2 regelrecht verspottet. Otto Scharmer nennt die Gebärde, die nötig ist um vom Zustand 2 zum Zustand 3 zu gelangen: Umwenden.

Weiterführendes:

Mein Blog Eigentransformation

Bücher: Otto Scharmer: Theorie U: Von der Zukunft her führen: Prescencing als soziale Technik,
M. Scott Peck: Gemeinschaftsbildung: Der Weg zu authentischer Gemeinschaft,
David Bohm: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen,
Paul Pearsall: The Heart’s Code

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Wirtschaft und Demokratie – drei Bücher

Wird überhaupt noch darüber gestritten, ob das Ziel eines Unternehmens maximaler Gewinn sei oder seine gedeihliche Existenz als Sozialgebilde?

Inzeuch_300dpi_cmyk mancher Arbeitsumgebung wird darüber nicht einmal gesprochen – darauf deuten zumindest Studien wie der Gallup Engagement Index hin, die Andreas Zeuch am Anfang seines Buches „Alle Macht für niemand“ heranzieht. Sie besagen, dass ca. 20 % der Mitarbeiter innerlich gekündigt haben bzw. „Dienst nach Vorschrift“ schieben.

Während des vergangenen Jahrzehnts seien den Unternehmen dadurch jährlich im Mittel etwa 100 Milliarden € verloren gegangen, rechnet Zeuch vor. Quelle der Unlust und ihrer Folgeschäden – darüber sind fast alle Autoren in den drei hier vorgestellten Bücher mit ihm einig – ist meist der Mangel an Eigenverantwortlichkeit und Mitbestimmung der Beschäftigten. Der Sinn ihrer Tätigkeit hat wenig oder nichts mit eigenen Intentionen zu tun, er geht über den schieren Gelderwerb kaum hinaus, die Strukturen sind hierarchisch – oft wird so vor allem die Verantwortungslosigkeit organisiert. Was daraus wird, zeigt das Beispiel VW – es gibt zahllose andere. „Wirtschaft und Demokratie – drei Bücher“ weiterlesen

DNA Quick-Scan – Unternehmens-Check Das Neue Arbeiten

Benutze den Quick-Scan, um Dein eigenes Unternehmen zu bewerten oder als Vorbereitung für Dein nächstes Bewerbungsgespräch.

Was macht einen sehr guten, zukunftsfähigen Arbeitgeber aus? Kriterien wie Gehalt & Benefits, ArbeitsbedingungenWork-Life-Balance und Gleichberechtigung sind für die meisten Menschen inzwischen Minimalanforderungen, die demotivieren und zu Dissatisfiern werden, wenn sie negativ auffallen oder fehlen. Außerdem sagen sie wenig über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens aus. Wenn wir wirklich wissen wollen, wie es mit Arbeitsklima und Zukunftsperspektive eines Arbeitgebers aussieht, müssen wir andere Kriterien berücksichtigen und tiefer gehende Fragen stellen.

Der DNA Quick-Scan basiert auf Merkmalen hunderter erfolgreicher Unternehmen, die verstanden haben, wie Selbstbestimmung und Sinngebung wirtschaftlich zusammen funktionieren. Man findet sie weltweit, in unterschiedlichen Kulturen und Branchen, von kleinen Start-Ups bis zum etablierten Globalplayer mit langjähriger Historie und zigtausend Mitarbeitern. „DNA Quick-Scan – Unternehmens-Check Das Neue Arbeiten“ weiterlesen

Zurück an die Arbeit!

„Noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es so viel Leid und Frust bei der Arbeit wie heute.“ – Lars Vollmer

Mein Freund Lars Vollmer veröffentlicht diese Woche sein drittes Buch – darüber freue ich mich sehr. Es heisst „Zurück an die Arbeit“. Übrigens: Diesen Satz sagte der dümmste Chef, den ich jemals hatte, immer am Ende der Abteilungsmeetings. Ich habe zu diesem Buchtitel also eine starke Bindung….

Na jedenfalls: Ich bin ein starker Anhänger der Grundthese dieses Buchs von Lars: Dass in heutigen Unternehmen viel zu wenig gearbeitet, dafür aber viel zu viel Business-Theater gespielt wird! Diese perfide, zerstörerische Form der Verschwendung muss ein Ende haben – das argumentiert Lars sehr unterhaltsam und überzeugend.

Ich hatte das Vergnügen, den Entstehungsprozess des Buchs ein wenig mit zu begleiten und freue mich insbesondere, dass ich im Epilog des Buchs eine kleine Nebenrolle spielen darf… mehr sei hierzu nicht verraten. „Zurück an die Arbeit!“ weiterlesen

Über die Mythen der Konkurrenz

Wer sich einer Beschäftigung oder Beziehung ganz hingibt, braucht keine Konkurrenz, um eine gute Leistung zu erzielen. Eine Sache gut machen zu wollen und besser sein zu wollen als andere, sind zwei grundverschiedene Dinge.

Die Auguren unserer Wirtschaft tragen die Konkurrenz wie eine Monstranz vor sich her. Ohne Konkurrenz keine Motivation fortzuschreiten, so tönt es seit ich denken kann. In den letzten Jahren sehen wir aber vermehrt Firmen zumindest in ihrer inneren Organisation auf Kooperation zu setzen. Neudeutsch hören wir auch von Collaboration. Aber auch die Zusammenarbeit mit den Kunden kommt mittels Open Innovation voran. Stehen wir vor einem Paradigmenwechsel? Sehen wir eine Verlagerung des Schwerpunkts, weg vom Konkurrieren hin zum Kooperieren?

Konkurrenz und Kooperation

Klar scheint, dass im Menschen beide Veranlagungen für das Überleben angelegt sind. Während die Konkurrenz für die Fortpflanzung wichtig ist und sich dabei das Imponieren zur Darstellung von Fitness für die Partnerwahl bemerkbar macht[1], dient die Kooperation dem Überleben der Gruppe, indem Lösungen zur Minimierung von Gefahren gemeinsam erarbeitet werden.

Kooperation muss einen Vorteil haben, denn sonst wären die Einzeller wohl nie auf die Idee gekommen, sich zu so komplexen Wesen wie dem Menschen zusammenzuschließen. Zumindest, wenn wir vom Ansatz der Evolution ausgehen. Wenn wir der Idee der Holons folgen[2], so müsste sich am Ende die Menschheit als Gesamtorganismus verstehen. Wie sich in unserem Körper nicht die Zellen gegenseitig bekämpfen – nur der Krebs tut dies und führt bekanntlich ungebremst zum Tod – sollten wir Individuen auch in der Lage sein, uns gemeinsam um das Überleben des Gesamtkörpers zu kümmern. Technisch sind wir dazu längst in der Lage, nur fehlt mir noch der Schritt des pubertierenden Menschen in sein Erwachsensein auszustehen.

Mythen der Konkurrenz nach Christian Felber

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Stress am Arbeitsplatz – wirksame Lösungen finden wir, wenn wir anders denken

Es gibt zwei zentrale Ansatzpunkte, den Leistungsdruck auf die Mitarbeiter zu mindern bzw. ihnen zu ermöglichen besser und gesünder zu arbeiten: ein effizienterer Umgang mit Informationen und eine Organisationsform, die sich nach den Menschen, ihren Motivationsfaktoren und Stärken ausrichtet (Social Enterprise)

Ist zwar schon was her, dass von der Bundesarbeitsministerin U. von der Leyen der „Stress Report 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorgestellt (siehe z.B. Bericht der ARD Tagesschau vom 29.01.2013) wurde … Dennoch möchte ich eine immer noch aktuelle Aussage der Studie aufgreifen: der Stress am Arbeitsplatz nimmt immer weiter zu – damit einhergehend ist eine deutliche Steigerung der Krankheitstage, die in psychischen Erkrankungen begründet liegen, zu verzeichnen (+80% in den vergangenen 15 Jahren).

„Wenn es schwieriger wird, müssen wir die Anstrengungen verstärken“ ist die Devise, mit der viele Unternehmen dem steigenden Wettbewerbs- und Erfolgsdruck begegnen. Sie machen immer das Gleiche, nur schneller – mit der Folge, dass der Leistungsdruck auf den Einzelnen zunehmend größer wird. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen:

  • ob es das Streben nach Wachstum und Gewinnmaximierung oder ein harter Wettbewerb am Markt ist – die Steigerung der Produktivität ist ein Dauerthema in den Unternehmen
  • Steigerung der Produktivität bedeutet, dass man entweder mehr verkauft oder das Gleiche mit weniger Einsatz (=u.a. Personal) schafft. Idealerweise sogar beides: mehr verkaufen mit weniger Einsatz
  • dies führt unmittelbar dazu, dass der Druck und die Erwartungen an den einzelnen Mitarbeiter steigt. Dies zeigt sich z.B. in jährlichen Steigerungen der Zielvorgaben an die Mitarbeiter, die mit gleichen Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, Werkzeuge, …) erreicht werden sollen
  • oftmals wird zusätzlich die Angst um den Arbeitsplatz als „Motivationsfaktor“ missbraucht („wenn Sie es nicht schaffen, macht es bald ein Anderer!“)

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