Wieviel Arbeit braucht der Mensch?

Der Titel, zu dem ich hier ein paar Überlegungen vortragen soll, ist gut gewählt, denn er bringt mit nicht mehr als fünf Worten die vollkommene Absurdität unserer Arbeitsverhältnisse auf den Begriff. In früheren Zeiten, als unsere Ahnen noch das zum Leben Notwendige zusammenjagten und -sammelten, war diese Frage leicht beantwortet, wenn sie sich denn überhaupt stellte: Man musste so lange ‚arbeiten‘ bis man satt zu essen hatte. Es wäre vollkommen sinnlos, ja sogar in höchstem Maße existenzgefährdend gewesen, wenn man versucht hätte, ein Mehr zu erwirtschaften durch mehr Arbeit; denn ihr Dasein konnten unsere frühen Vorfahren nur sichern, wenn sie sich ihre Beweglichkeit erhielten, unbehindert von einem Ort zum andern ziehen konnten, um das Lebensnotwendige zu finden. Weder Besitz noch Vorsorge waren dem Selbsterhalt zuträglich. Tragbarkeit, portability, nicht Besitz und Vorrat, war darum der höchste Wert. Jeder Besitz war beschwerlich.

Es wird von  Anthropologen glaubhaft versichert, dass die Jäger- und Sammlerinnen- Kulturen in vorkolonialer Zeit, also bevor ihnen ihr traditionelles Wandergebiet  streitig gemacht wurde, nicht mehr als zwei bis fünf Stunden täglich für ihre Existenzsicherung aufwenden mussten. Die übrigen Stunden des Tages standen für Palaver, Schlaf und Gelage zur Verfügung.

WIEVIEL ARBEIT BRAUCHT DER MENSCH _ Noch in der bäuerlichen, sesshaften Lebensweise ist die Frage danach, wie viel Arbeit der Mensch braucht, offenkundig verrückt. Arbeit braucht man nicht, die hat man, und das einzige was über sie zu sagen ist, ist, dass sie getan werden muss. Arbeit ist nicht Gegenstand des Begehrens, sondern das Mittel, das dazu taugt, sein Dasein zu fristen. Sie ist ein notwendiges Übel oder einfach nur notwendig, und sie wird vom Winter, vom Feierabend und Festtag unterbrochen. Das Gegenstück der Arbeit ist also die Muße. „Wieviel Arbeit braucht der Mensch?“ weiterlesen

Arbeit = Hobby? Geh' zum Arzt und lass' Dich heilen!

Statt in „entweder-oder“ sollten wir besser in „sowohl-als-auch“ denken und handeln.

Dieser Post dreht sich um eines der scheinbar wichtigsten Themen zu Beginn eines jeden Jahres, die Brückentage. Es scheint ein richtiger Sport geworden zu sein, mit minimaler Anzahl an Urlaubstagen viele freie zusammenhängende Tage netto zu generieren. Suchen Sie beispielsweise den Term „brückentage 2016“ in Google und staunen Sie über die vielen Einträge zu Tricks und Tipps zur optimalen Urlaubsgestaltung diesbezüglich.

Warum ist das so? Ist Arbeit wirklich so grausam, dass wir bestenfalls gar nicht mitspielen wollen?

Das Denken in Gegensätzen, in Dichotomien oder in Polen, wie einer meiner Wegbegleiter H-P Wallner so schön sagt, ist aus meiner Sicht ein Grund für das Unbehagen, welches wir Menschen sehr oft spüren, wenn wir an unsere Arbeit denken.

In diesem Post möchte ich die Pole „Ergebnisorientiertheit“ und „Prozessorientiertheit“ als Beispiele heranziehen und die von mir gewagte These bzgl. des Unbehagens gegenüber der Arbeit untermauern.

Wir sind extrinsisch auf Ergebnisorientiertheit getrimmt, …

… denn wir werden an Zielen gemessen, die durch Kennzahlen dargestellt und gesteuert werden. Erreichen Sie ihre Ziele in einem Geschäftsjahr nicht, bekommen Sie wahrscheinlich im nächsten Jahr bestenfalls das gleiche Gehalt, aber wohl keine Erhöhung. Das ist ein übliches Gebahren in den Unternehmen. Das wir bzgl. des Abbildens der Ziele in Kennzahlen eine neue Sichtweise benötigen, möchte ich in diesem Post nicht weiter darlegen. Details dazu können Sie gerne in dem Post Kennzahlen in Unternehmen – eine Versöhnung ist angebracht recherchieren. Ich zitiere aus diesem Post: „Arbeit = Hobby? Geh' zum Arzt und lass' Dich heilen!“ weiterlesen

Sie haben es schon wieder getan – AUGENHÖHEwege – save the date!

Seid eingeladen dabei zu sein, wenn dieser neue, andere Film Premiere feiert und mit dem Team Wege zu entdecken sind, die Menschen und Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft der Arbeit gehen.

Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, bei der Premiere des ersten Films AUGENHÖHE über das neue Arbeiten dabei sein zu dürfen (ich berichtete). Und weil das dieser Film so großen Erfolg hatte, ging das Team ein weiteres Mal den Weg des Crowdfundings (über die Projektierung), sammelte fast 60.000 € ein und zeigt nun in der Fortsetzung AUGENHHÖHEwege. Während der erste Film das IST des Arbeitens auf Augenhöhe zeigte, geht es nun im zweiten Film darum, wie die Firmen dahin gekommen sind. 

Am 4. März ist es nun soweit: Es wird dieses Mal zehn Premieren an zehn Orten im gesamten deutschsprachigen Raum geben. Menschen aus der AUGENHÖHEcommunity organisieren die Veranstaltungen, das ist ein großartiger Beitrag zur Verbreitung von AUGENHÖHE in Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft.

Im Fokus steht die Arbeitswelt der Zukunft: Wie wollen wir arbeiten? Wie gelingt eine neue Kultur der Zusammenarbeit? Wie begegnen wir den ökonomischen Herausforderungen? Neue Wege zu beschreiten heißt, Gewohnheiten hinter sich zu lassen, Glaubenssätze zu überdenken und sich vor allem die Frage zu beantworten: Wohin soll die Reise gehen? AUGENHÖHEwege zeigt mutige Firmen, die sich genau auf diesen Weg gemacht haben. „Sie haben es schon wieder getan – AUGENHÖHEwege – save the date!“ weiterlesen

DNA Quick-Scan – Unternehmens-Check Das Neue Arbeiten

Benutze den Quick-Scan, um Dein eigenes Unternehmen zu bewerten oder als Vorbereitung für Dein nächstes Bewerbungsgespräch.

Was macht einen sehr guten, zukunftsfähigen Arbeitgeber aus? Kriterien wie Gehalt & Benefits, ArbeitsbedingungenWork-Life-Balance und Gleichberechtigung sind für die meisten Menschen inzwischen Minimalanforderungen, die demotivieren und zu Dissatisfiern werden, wenn sie negativ auffallen oder fehlen. Außerdem sagen sie wenig über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens aus. Wenn wir wirklich wissen wollen, wie es mit Arbeitsklima und Zukunftsperspektive eines Arbeitgebers aussieht, müssen wir andere Kriterien berücksichtigen und tiefer gehende Fragen stellen.

Der DNA Quick-Scan basiert auf Merkmalen hunderter erfolgreicher Unternehmen, die verstanden haben, wie Selbstbestimmung und Sinngebung wirtschaftlich zusammen funktionieren. Man findet sie weltweit, in unterschiedlichen Kulturen und Branchen, von kleinen Start-Ups bis zum etablierten Globalplayer mit langjähriger Historie und zigtausend Mitarbeitern. „DNA Quick-Scan – Unternehmens-Check Das Neue Arbeiten“ weiterlesen

Zurück an die Arbeit!

„Noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es so viel Leid und Frust bei der Arbeit wie heute.“ – Lars Vollmer

Mein Freund Lars Vollmer veröffentlicht diese Woche sein drittes Buch – darüber freue ich mich sehr. Es heisst „Zurück an die Arbeit“. Übrigens: Diesen Satz sagte der dümmste Chef, den ich jemals hatte, immer am Ende der Abteilungsmeetings. Ich habe zu diesem Buchtitel also eine starke Bindung….

Na jedenfalls: Ich bin ein starker Anhänger der Grundthese dieses Buchs von Lars: Dass in heutigen Unternehmen viel zu wenig gearbeitet, dafür aber viel zu viel Business-Theater gespielt wird! Diese perfide, zerstörerische Form der Verschwendung muss ein Ende haben – das argumentiert Lars sehr unterhaltsam und überzeugend.

Ich hatte das Vergnügen, den Entstehungsprozess des Buchs ein wenig mit zu begleiten und freue mich insbesondere, dass ich im Epilog des Buchs eine kleine Nebenrolle spielen darf… mehr sei hierzu nicht verraten. „Zurück an die Arbeit!“ weiterlesen

Warum wir nur noch vier Tage die Woche arbeiten

Jedes Jahr zeichnet XING Firmen aus, die besonders innovativ arbeiten.  Platz drei des New Work Award ging dieses Mal an Bike Citizens. Daniel Kofler, Gründer und CEO, als auch Xing erlaubten die erneute Veröffentlichung des folgenden Artikels auch hier:

Warum wir nur noch vier Tage die Woche arbeiten

  • Weniger Krankheitstage und eine hohe Produktivität bestätigen das Modell
  • An dem freien Tag entstehen oft die besten Ideen
  • Für 2017 planen wir die 30-Stunden-Woche

Ein Start-up zu gründen ist harte Arbeit. In den ersten Tagen schufteten wir gefühlt acht Tage die Woche, rund um die Uhr. Ein Opfer, das wir gern erbracht haben – schließlich wollten wir, dass es weitergeht mit unserem Projekt. Schon damals aber warnte mein Mentor, dass ein Start-up kein Sprint sei, sondern ein Marathon. 60, 70 oder gar 80 Stunden die Woche waren auf Dauer nicht auszuhalten. „Warum wir nur noch vier Tage die Woche arbeiten“ weiterlesen