Kommt der “neue Mensch” ohne Staat und Markt aus?

Foto: Peter Draschan – pixelio.de

“Aber wir wollen doch gar keine Planwirtschaft”, wird an dieser Stelle zu vernehmen sein. Wer heute für Commons und Solidarische Ökonomie, für eine auf fabbern und verwandten Gerätschaften basierende lokal-autonome Produktionsweise ohne Hierarchien und disziplinierende Kontrolle plädiert, der wähnt sich in einem anderen Territorium. Dort gibt es spontane, kreative Menschen, flexibel auch, aber zugleich verbindlich, die sich an Regeln halten, die sie sich selbst in Absprache geben. Sie genießen den Moment, entwickeln sich ständig weiter und sind emotional intelligent, was ihnen einen viel besseren Umgang mit Konflikten erlaubt als heute üblich.

Diese Menschen planen nicht, sondern sie koordinieren sich. Die Koordination ihrer vielfältigen, selbstbestimmten und freiwilligen Tätigkeiten erfolgt von unten. Vielleicht in selbstorganisierten Gremien, vielleicht in Gestalt von Entwicklungspfaden, die sich wie von selbst ergeben, wenn Bedürfnisse artikuliert und Mittel zu ihrer Befriedigung kollektiv gefunden werden. Jedenfalls geschieht all dies ohne Markt und ohne Staat…

Fundstelle: Es rettet uns keine höhere Technologie

Der Kapitalismus hat fertig – kommt nun der Commonismus?

Foto: Gaby Stein – pixelio.de

Wir erleben seit Beginn der Finanzkrise (spätestens seit 2008), wie unsere Gesellschaft zunehmend gespalten wird. Auf der einen Seite müssen die Armen die Gürtel noch enger schnallen, besonders die Menschen in den südlicheren Staaten Europas. Auf der Anderen Seite gehen die Profite der Reichen durch die Decke. Inzwischen hören wir von immer mehr “Wirtschaftsweisen”, dass das System Kapitalismus nach einigen Hundert Jahren wohl an sein Ende gekommen sei und es einen Wechsel braucht, wenn nicht alles im Chaos enden sollte.

Dass sich ein Wechsel ankündigt, ist schon anhand vieler Texte in diesem Blog und vielen anderen Plattformen zu erkennen: die Art und Weise des Arbeitens und Führens bewegt sich in ein völlig andere Richtung. Die Frage stellt sich dabei, was nach dem Kapitalismus  kommen könnte. Ich möchte dazu gerne das Fazit eines Artikels bringen, der sich mit dieser Frage beschäftigt und die Vorteile des Commonismus gegenüber Kapitalismus in einer Weise darstellt, die ich bisher so noch nicht zu lesen bekam:

Fazit des empfehlenswerten Artikels Grundrisse einer freien Gesellschaft

Jede Gesellschaft lässt sich als soziales Netzwerk fassen, auch der Kapitalismus. Die unterschiedlichen Qualitäten liegen in der Form der Knoten und ihrer Verbindungen, die die gesellschaftliche Vermittlung ausmachen. Im Kapitalismus haben wir es mit einem Doppelnetz zu tun. In einem Teilnetz sind die Knoten die Unternehmen (samt Lohnarbeiter*innen), deren Verbindungen ex post als gesellschaftlich gültige Austauschrelationen (worüber die Wertäquivalenz entscheidet) über Märkte realisiert werden. Diesem Netz ist eine zweite, abgespaltene Netzstruktur zugeordnet, deren interne Verbindungen über die konkreten Lebensbedürfnisse entstehen.

Die Struktur des gesamten Netzwerks und die Proportionalität der Gesamtheit der Verbindungen ergibt sich als Resultat eines „Der Kapitalismus hat fertig – kommt nun der Commonismus?“ weiterlesen