Lassen sich Geschäftsprozess besser verbessern,wenn man die Mitarbeiter mehr motiviert?

Wenn die Ursache für eine Handlung völlig außerhalb einer Person liegt, ist das Handeln external (von außen) reguliert und besitzt daher das geringste Maß an AUTONOMIE.

Für Prof. Hüther ist es hirntechnischer Unsinn, andere motivieren zu wollen. Aber auch die Self-Determination Theory (DST) von Deci & Ryan, auf Deutsch Selbstbestimmungstheorie, geht von einem schwierigen Vorhaben zur Motivation von Mitarbeitern aus. Denn der Mensch besitze genetisch veranlagt ein Wachstumsbedürfnis, sprich den Hang sich stetig verbessern zu wollen, eben eine intrinsische Motivation. Diese Motivation kann durch falsch gesetzte Belohnung sogar korrumpiert werden, was dann genau wie bei Bestrafung zur Demotivation führt.

Ich bin auf diesen Sachverhalt über die Suche nach Methoden zur Einführung eines Compliance Systems gestoßen. Denn das Einführen von Verhaltensrichtlinien ist nur dann effektiv, wenn die Botschaft internalisiert werden kann, d.h. Mitarbeiter sich damit identifizieren. Und da auch das Ausführen von Tätigkeiten in Geschäftsprozessen extern motiviert sind, werden auch diese nur dann optimal ausgeführt werden, wenn die Erreichung der dahinter liegenden Ziele von den Mitarbeitern als eigene Bedürfnisse erkannt werden.

Sebastian Thieme
Sebastian Thieme

Dr. Sebastian Thieme, Wirtschaftswissenschaftler, promovierte an der Universität Leipzig, bei Prof. Dr. F. Quaas im Fach Evolutorische Ökonomik, Auto des Buchs Der Ökonom als Menschenfeind? ,hat ein lesenswerte Zusammenfassung der Self-Determination Theory geschrieben, die ich hier in Teilen vorstellen möchte (leider ist die damalige Quelle im Netz nicht mehr verfügbar).

Titel: SELBSTBESTIMMTE MOTIVATION – ein Überblick „Lassen sich Geschäftsprozess besser verbessern,wenn man die Mitarbeiter mehr motiviert?“ weiterlesen

Alle Macht für niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten – Interview mit dem Autor Dr. Andreas Zeuch

In unserem Privatleben ist es die Regel, unser Leben selbst zu gestalten. Dagegen sind die Meisten in den Firmen daran gewöhnt worden, das eigenständige Denken und Handeln an der Pforte abzugeben.

Nun hat einer der Mitgründer der Blogger-Plattform Initiative Wirtschaftsdemokratie sein neues Buch über Unternehmensdemokratie veröffentlicht, das seit September 2015 in den Bücherläden erstanden werden kann. Der Titel ist mit “Alle Macht für niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten” sehr provokativ und lädt zum Nachfragen ein. Die Gelegenheit hat mir der Autor Dr. Andreas Zeuch nun im Rahmen eines Interviews gegeben, über das ich im Folgenden berichten möchte.

 Cover_klein_rgb-150x150Martin Bartonitz: Lieber Andreas, schön, dass es wieder einen Anlass gibt, mit einander zu sprechen. Ich konnte mir ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen, als ich erfuhr, dass Du nach Deinem Buch “Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen“, das uns  vor 4 Jahren zusammen gebracht hat, nun Dein nächstes Werk mit einem noch provokanteren Titel daher kommt. “Alle Macht für niemand” lässt an die Konzepte der Anarchisten denken: Keiner habe das Recht über einen Anderen zu herrschen. Nach einer Jahrtausenden langen Zeit der Sklaverei und Leibeigenschaft in vielen Gebieten auf unserer Erde hat sich seit etwas über 200 Jahren die Idee der Demokratie in der westlich geprägten Welt mehr oder weniger zumindest auf politischer Ebene durchgesetzt. In unseren Unternehmen dagegen greifen überwiegend noch immer die alten Herrscherkonzepte: „Alle Macht für niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten – Interview mit dem Autor Dr. Andreas Zeuch“ weiterlesen