Überall ist Tanaland!

Warum funktionieren Hilfsorganisationen nicht? Warum bringen wohl gemeinte Maßnahmen keine Linderung in unser System?

Bild: World Cyber Games – Singapore 2005 (Wikipedia)

Oder, warum selbst Experten mit guten Absichten scheiterten

Eine der wichtigsten Fragen, die sich für den wirklich aufgeklärten und (relativ) objektiven & kritischen Betrachter in unserer Gesellschaft stellen muss, ist die, warum viele Menschen motiviert sind, etwas wirklich zu verändern und trotzdem jeder Einzelne daran scheitert.
Oder warum sind Hilfsorganisationen, wie Tierschutzorganisationen oder „Essen für die Welt“ etc. wenig erfolgreich?
Ich erlaube mir sogar zu behaupten, dass trotz dieser Vielzahl an Organisationen die Situationen nicht besser wurden bzw., dass sie die katastrophalen Ausmaße unserer menschlichen Zivilisation weder stoppen konnten, sondern im Gegenteil deren Entwicklung in den letzten Jahren gestiegen ist.

Ganz einfach: Überall ist Tanaland!

Tanaland? Ein Experiment von Dietrich Dörner aus dem Jahr 1975 (!). (siehe dazu sein Buch Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen). Zwölf Experten unterschiedlicher Fachrichtungen scheiterten nach nur kurzen Aufschwüngen und endeten in Hungersnot und anderen Katastrophen.
Aber warum? Warum scheitern selbst hochmotivierte und gebildete Akademiker an dieser leichten Aufgabe?
Schließlich schaffen das doch unsere Politiker auch? (#Achtung Ironie#)

Vielleicht ja deshalb:
1. Das Reparaturdienstverhalten:
Sobald ein Missstand gefunden wurde, wird es sogleich beseitigt. Danach erfolgt eine neue Suche… (siehe auch)

2. Close up Sichtweise
Wir betrachten nur einen „Überall ist Tanaland!“ weiterlesen

Das innere Spiel – Wie Entscheidung und Veränderung spielerisch gelingt …

Praktische Beispiele zeigen auf, dass wir wegkommen sollten vom Denken und Handeln in “entweder-oder” hin zu “sowohl-als-auch”. Das Prinzip der Polarität als Erfolgsrezept im Spiel der Veränderungen.

… heißt das Buch, welches ich Ihnen heute vorstellen möchte. So viel vorweg. Das Buch ist für Jeden geschrieben, der sich im Leben stetig weiter entwickeln möchte, ganz egal ob im privaten oder im beruflichen Umfeld.

Haben Sie es auch schon öfter erlebt? Sie diskutieren mit anderen Menschen und tauschen Standpunkte aus. Stets dann, wenn Sie Argumente gegen den Standpunkt der anderen Diskursteilnehmer anbringen, wird sofort induziert, dass sie den entgegengesetzten Standpunkt einnehmen. Wir diskutieren in Gegensätzen, streng nach dem Motto: „Entweder-Oder“.

Heinz-Peter Wallner, ein Wegbegleiter meiner Reise des Verstehens, thematisiert mit seinem Kollegen Kurt Völkl im neuen Buch Das innere Spiel: Wie Entscheidung und Veränderung spielerisch gelingen unter anderem genau diesen Aspekt. Sie plädieren und belegen an praktischen Beispielen den Fakt, dass wir wegkommen sollten vom Denken und Handeln in „entweder-oder“ hin zu „sowohl-als-auch“. Sie nennen es Prinzip der Polarität, welches eines der Erfolgsrezepte im Spiel der Veränderungen ist. Aber dazu gleich mehr. „Das innere Spiel – Wie Entscheidung und Veränderung spielerisch gelingt …“ weiterlesen

Die Nächste Stufe unseres Bewusstseins und ihr aktiver Zugang

Gegenwärtig bewegen wir uns überwiegend in drei Bewusstseinszuständen.

Zustand 1 (kennt jeder): Gehorsam, Pflicht, Opferrolle, Verantwortung liegt bei Anderen, …

Zustand 2 (kennen viele in Europa): Kritik, Distanzieren, Polarisieren, Winner-Looser-Situationen gestalten, Wissenschaft des Äußeren, Intellekt, Strategie, …

Zustand 3 (damit können noch wenige bewusst umgehen): Verbundenheit, Ganzheitlichkeit, Winner-Winner-Situationen gestalten, Empathie, Coachen, Meditieren, …

Wir sind dabei nicht komplett und kontinuierlich in einem oder dem anderen Bewusstseinszustand, sondern wir können situationsbezogen in einer Situation in einem und in der darauf folgenden Situation in einem anderen Bewusstseinszustand sein. Solche Situationen können sein: Das Privatleben, das Arbeitsleben, das Gesellschaftsleben,… aber auch personenbezogene Situationen können einen Wechsel des Bewusstseinszustandes herbeiführen: z.B. Wechsel von einer Situation mit Person A zu einer Situation mit Person B, dadurch, dass Person B erscheint. ( In Filmen werden solche Wechsel oft dramatisch inszeniert)

Die Bewusstseinszustände können in jeder Reihenfolge auftreten, aber dennoch kann eine Reihenfolge in der menschlichen Biografie und beim bewussten Erwerb festgestellt werden.

Die Unterschiede des Bewusstseins

Zustand 1: Ich kann mich in meinen Tätigkeiten entfalten, ich kann mit meinen Händen und Füßen etwas schaffen, aber ich gehorche Autoritäten außerhalb meiner Selbst, die mich führen (z.B. Eltern, Lehrer, Chef, Idol, Guru, Pfarrer, Arzt, Direktor, …) . Ich möchte mich dieser Autorität widersetzen, aber sie hat Mittel und Fähigkeiten, die mich in eine Abhängigkeit zwingen. Diese basieren oft auf Angst (kennt Jeder aus der eigenen Kindheit und Jugend).

Zustand 2: Die Autorität zieht in mich selbst ein in Form meines eigenen kritischen Denkens, das ich trainiere, um nicht mehr von äußeren Autoritäten abhängig zu sein. Ich wende diese neuen Fähigkeiten an, um selbständig zu sein und um Andere von mir abhängig zu machen, um in den Zustand zu kommen, der mir Vorbild ist, den ich so sehr ersehnt und mir gewünscht habe. Durch die Fähigkeiten von Zustand 2 kann ich vieles erzeugen und verteidigen, das mir das Leben bequemer und komfortabler macht (dieses wirkt auch im Weltzusammenhang zwischen Industriestaaten und 2. bzw. 3. Welt). Es basiert aber auf der Winner-Looser-Strategie, und ich gehöre zu den Gewinnern und Andere müssen deshalb zu den Verlierern gehören. Und ich mache mir diese Zusammenhänge lieber nicht bewusst, sonst könnte ich aus diesem Zustand in den nächsten herüberkommen und meine Privilegien dann aus Einsicht aufgeben. Irgendwann bin ich dann aber bereit, mir diese Situationen anzuschauen, die Fähigkeit des Distanzierens und Hinterfragens auf mich selbst anzuwenden und dann ist der Übergang zum nächsten Bewusstseinszustand betreten.

Zustand 3: Ich merke immer mehr, dass ein Bereich in mir leidet und nicht befriedigt wird, es ist das Lebendige und das Leben selbst, das durch die Aktivitäten, die ich auf Stufe 2 erlernt habe, nicht beachtet oder zerstört wird. Ich spüre, dass ich einen Bereich in mir veranlagt habe, der mir helfen kann, aber er ist noch nicht entwickelt, sozusagen liegt noch in der Wiege. Diesen Bereich soll ich jetzt entwickeln, obwohl mein Selbstbewusstsein doch geprägt ist vom „erwachsenen“ Menschen, der sein Leben im Griff hat und sich als die Krone der Schöpfung ansieht. Hier ist eine Klippe, die viele Menschen erst schaffen, wenn sie mehrere große Lebenskrisen hinter sich haben, andere schaffen diese Klippe (noch) nicht. Bekomme ich mehr Sicherheit und Selbstvertrauen aus den Aktivitäten des Zustands 3, so merke ich, dass die Fähigkeiten der anderen Zustände sich verwandeln und umgestaltet werden, so dass immer mehr Widersprüche und Brüche aufgelöst werden.

Entwicklung von Bewusstsein

Nicht das Wissen alleine erlaubt uns die Bewusstseinsebene zu wechseln, sondern wir müssen uns auch die Fähigkeiten angeeignet haben, die uns erlauben. auf der anderen Ebene gewollt zu bleiben.

Die Fähigkeiten um von Ebene 1 nach Ebene 2 zu wechseln sind: geschultes Denken, Wissen, Intellektualität, Wissenschaftlichkeit, …

Die Fähigkeiten um nach Ebene 3 zu wechseln sind: geschultes Gefühl, Empathie, die Fähigkeiten, mit denen Coaches und Mediatoren arbeiten, psychologische Fähigkeiten, …

Diese Fähigkeiten sind zuerst Expertenfähigkeiten, von ihrer Natur her sind sie aber allgemeine menschliche Fähigkeiten. Vor 500 Jahren waren Fähigkeiten, die heute jedes Kind lernt, noch Expertenfähigkeiten. Ich hoffe, dass es keine 500 Jahre braucht, bis die grundlegenden Fähigkeiten von Coaches und Psychologen allgemeine Fähigkeiten sind. Aber erst wenn ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung (cá 7 bis 10 %) sich diese Fähigkeiten erarbeitet haben, beginnen sie gesellschaftlich eine sichtbare Rolle zu spielen. Ich denke wir sind in Europa jetzt an diesem Punkt.

Diesen Prozess zu fördern heißt also:

  1. Wahrnehmen, dass ein neuer Entwicklungsschritt sich anbahnt,
  2. das Wissen über diese Prozesse zu verbreiten und
  3. (ohne diesen Punkt wird kein Ergebnis erzielt werden) sich die Fähigkeiten zu erwerben.

Außerdem wird es sinnvoll sein, sich seiner eigenen seelischen Verletzungen und daraus folgender Blockaden bewusst zu werden und diese aufzulösen. Ich sehe die oft beklagten Zustände der Gegenwart als ein Ergebnis von: Bewusstseinszustand 2 erreicht, kein Zugang zu Bewusstseinszustand 3. Hier liegt eine Klippe: Um den Bewusstseinszustand 2 zu erreichen, wurde uns eingebläut: Wissen, Wissen und noch x mal mehr Wissen (geschultes Denken) bringt uns weiter. Aber das bringt uns nur auf Ebene 2 und nicht weiter, ja, es blockiert ein Weiterkommen. Zu Ebene 3 bringt uns nicht mehr Wissen, sondern mehr Fähigkeiten einer anderen Fähigkeitsdimension:
mehr Empathie, mehr geschultes Gefühl, und dieses wird im Zustand 2 regelrecht verspottet. Otto Scharmer nennt die Gebärde, die nötig ist um vom Zustand 2 zum Zustand 3 zu gelangen: Umwenden.

Weiterführendes:

Mein Blog Eigentransformation

Bücher: Otto Scharmer: Theorie U: Von der Zukunft her führen: Prescencing als soziale Technik,
M. Scott Peck: Gemeinschaftsbildung: Der Weg zu authentischer Gemeinschaft,
David Bohm: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen,
Paul Pearsall: The Heart’s Code

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