Konkurrenz: Wenn Führungspersonen Talente isolieren

Ergebnisse der Forschungen zeigten, dass die Bearbeitung der Aufgabe davon abhing, ob die Führungsperson nach Dominanz strebte und für wie sicher sie ihre Position hielt. Dominanzorientierte Teilnehmer, die sich unsicher fühlten, entschieden eher, dass das besonders begabte Teammitglied alleine für sich arbeiten sollte. Trotz möglicher negativer Folgen für den Gruppenerfolg isolierten dominante Teilnehmer die gut qualifizierten Personen vom Rest der Gruppe.

Gewisse Parallelen im Verhalten von tierischen Alpha-Männchen oder -Weibchen und menschlichen Führungspersonen liegen aslo nahe. Dominanzorientierte Persönlichkeiten, die sich um ihren Machterhalt sorgen, isolieren talentierte Mitarbeiter. Das kann für Betroffene nicht nur frustrierend sein, sondern sich schädigend auf den gesamten Geschäftserfolg auswirken.

Gefunden auf karriere.blog in: Konkurrenzdenken: Die Angst der Führungskräfte

Was wir von Wildgänsen über Teamwork lernen können …

Zunehmend wird festgestellt, dass Erfolg weniger auf der Fähigkeit zu konkurrieren als zu kooperieren beruht.

Blessgänse – Foto: Frank-Derer

1. EIN TEAM ERREICHT MEHR

Jede einzelne Gans, die mit ihren Flügeln schlägt, schafft damit Aufwind für die nachfolgenden Tiere. Wenn der Schwarm in V-Formation fliegt, ist der gesamte Aufwind um 71 Prozent höher, als wenn eine Gans allein fliegen würde.

ANWENDUNG: Gib nicht auf, Teil einer Herde zu sein und in Formation zu fliegen. Leute, die in dieselbe Richtung ziehen und dabei einen Sinn für Zusammenarbeit entwickeln, kommen schneller und leichter vorärts, als wenn sie sich alleine abmühen.

2. EIN TEAM BIETET SCHUTZ

Wenn eine Gans aus der Formation heraus fällt, fühlt sie plötzlich den
stärkeren Luftwiderstand. Dann reiht sie sich sehr schnell wieder in die Formation ein, um den Vorteil des Aufwindes zu nutzen.

ANWENDUNG: Ein Team zieht die Schwächeren mit und hilft bei Versagen
wieder zurecht.

3. EIN TEAM BRAUCHT LEITUNG

Wenn eine Leitgans ihre Aufgabe erfüllt hat, rotiert sie zurück in die Formation und eine andere Gans fliegt an der Spitzenposition. Offensichtlich geschieht dieser Wechsel ohne jeglichen
Konkurrenzkampf.

ANWENDUNG: Die schwere Aufgabe der Leiterschaft erfordert ergänzende
Unterstützung. Wie die Wildgänse hängen auch wir im Blick auf unsere
Fertigkeiten, Begabungen und Talente voneinander ab. Dabei ist Rivalität
völlig unangebracht.

4. TEAMMITGLIEDER BRAUCHEN ERMUTIGUNG

Die Gänse, die in der Formation fliegen, schreien um die vorne fliegenden
Tiere zu gleich bleibender Geschwindigkeit zu ermutigen.

ANWENDUNG: Wir müssen darauf achten, dass unser „Schreien“ wirklich
als Ermutigung ankommt. Gruppen, in denen Ermutigung Raum hat, sind
erfolgreicher. Wir sollten danach streben, dass unser „Geschrei“ ermutigende Wirkung hat.

v5. EIN TEAM LEISTET BEISTANDv

Wenn eine Gans krank oder verwundet wird, scheren zwei andere
Gänse aus der Formation aus und geleiten sie zu Boden, helfen ihr und
beschützen sie. Sie bleiben bei der kranken Gans, bis sie wieder weiterfliegen kann. Dann versuchen sie, die frühere Formation wieder zu erreichen oder starten zusammen zu einer anderen.

ANWENDUNG: Wenn wir so viel Gemeinsinn hätten wie die Wildgänse, würden wir einander in Krisen ebenso beistehen wie in guten Zeiten.

FundstelleGemeindegründung Nr . 74 , 2/03

Darin: Diese allegorischen Gedanken haben wir im Internet entdeckt, ohne dass wir ein Copyright ausfindig machen konnten. Sollten wir unbeabsichtigter Weise dennoch ein Copyright verletzt haben, so bitten wir um Entschuldigung.

Die Zähmung der Macht: das SK-Prinzip

Ein Verfahren, dass nicht mehr Parteien gegeneinander stellt und so anstelle von Gewinnern und dagegen agierenden Verlierern zu gemeinsamen getragenen Lösungen führt.

Foto: Momentaufnahme des folgenden Videos „Online Konsensieren

Auf Business Konsens ist ein Video zu finden, das am Bespiel der Entscheidungsfindung zu einer Klettertur darstellt, wie anstelle der demokratischen Mehrheitsentscheidung das Konsensieren auf Basis von Widerständen zu harmonischeren Lösungen führt. Es wird zudem am Anfang dargestellt, welcher Fehler in unserem Parteiensystem steckt, in dem sich die Parteien gegenseitig bekämpfen, um am Ende die Mächtigeren zu werden. Auch diese Zusammenhänge machen deutlich, welche Potentiale im SK-Prinzip stecken:

Konfliktfrei entscheiden in Gesellschaft und Politik

„Die Zähmung der Macht: das SK-Prinzip“ weiterlesen

Vom Getriebensein durch Zahlenunterschreitungsangst …

„Wetteifer ist wie freudiges Wollen, Wettkampf wie getriebenes Müssen …“ – Prof. Gunter Dueck

Mein Lieblingsquerdenker Gunter Dueck bringt unser ökonomisches Konzept des Konkurrierens auf den Prüfstand gestellt:

… Ich möchte in dem Begriff Wetteifer das Bestreben sehen, sich selbst zu erhöhen, selbst herausragen zu wollen, großen Ideenentwürfen und Vorbildern zu folgen, das Beste zu tun, was von mir getan werden kann. „Der Mensch erhöhe sich selbst zu Lobenswertem.“ Es geht dabei nicht um Konkurrenzkampf und Rivalität, nicht um Vergleichsneid, triumphalen Narzissmus oder destruktive Loser-Verhöhnung.

Wetteifer speist sich aus innerer Herzblutenergie, Wettbewerb aber vom Druck aus allen Richtungen – da schielen wir auf Andere, fühlen den Schmerz des Getretenen und fürchten das Ausgestoßenwerden. Viele zitieren meinen Spruch „Innovation ist wie Wollen, Wandel wie Müssen“ im Internet – der ist auch hier analog richtig: „Wetteifer ist wie freudiges Wollen, Wettkampf wie getriebenes Müssen.“ Besonders in großen Firmen hören wir oft: „Wir sind Getriebene der Geschäftsprozesse, wir arbeiten Event-getrieben, um zu bestimmten Zeitpunkten die geforderten Zahlen präsentieren zu können. Es herrscht Zahlenunterschreitungsangst. …“

gefunden in: Mensch kommt von innen

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Wirtschaftsethik: Compliance im Zeitalter des Zitronenhandels

Gerade in engen Märkten gibt es kaum noch Vertrauen für die richtige Entscheidung, nämlich nicht zu betrügen, und daher der Trend hin zum weniger ethisch korrekten Verhalten geht.

Dieses Mal möchte ich einen Blick auf die ethische Motivation der Compliance (dem Einhalten von Regularien und Gesetzen) werfen. Auf den Teil, wo es um das faire Miteinander am Markt geht und welche Rolle Standards dabei spielen. Dazu möchte ich das Buch Abschied vom Homo Oeconomicus: Warum wir eine neue ökonomische Vernunft brauchen
von Prof. Gunther Dueck heranziehen, speziell das Kapitel über den Handel mit Zitronen. Und da fällt der Zusammenhang zwischen “Warum brauchen wir Standards?” und “Warum wird es in hart umkämpften Märkten schwierig, nicht compliant (hier: nicht betrügerisch) zu bleiben?” leicht zu erklären.

Herr Dueck sieht uns in einer aktuellen Phase der Marktsättigung nach dem Ende der letzten Großinnovation, der Erfindung des Computers. Die vorherigen Großinnovationen waren das Auto, die Elektrizität, die Eisenbahn und davor die Dampfmaschine (siehe auch Kondratieff Zyklus). Es gab jeweils eine lange Phase der Prosperität während des Ausrollens dieser Technologien. Arbeit gab es genug und der Absatz von Produkten war auch einfach. Kritisch wird es immer dann, wenn die Marktsättigung eintritt. Die Produkte werden nicht mehr in der Menge abgenommen, d.h. der Markt wird eng und damit hart umkämpft. Es wird nun an den Produktionsprozessen rausgeholt, was rauszuholen ist. Alles muss effizienter und effektiver werden. Siehe den BPM-Hype der letzten Jahre. Die Qualität der Produkte darf auch schon mal geringer ausfallen, um auch hier zu sparen und die Produkte günstiger anbieten zu können. „Wirtschaftsethik: Compliance im Zeitalter des Zitronenhandels“ weiterlesen

Über die Mythen der Konkurrenz

Wer sich einer Beschäftigung oder Beziehung ganz hingibt, braucht keine Konkurrenz, um eine gute Leistung zu erzielen. Eine Sache gut machen zu wollen und besser sein zu wollen als andere, sind zwei grundverschiedene Dinge.

Die Auguren unserer Wirtschaft tragen die Konkurrenz wie eine Monstranz vor sich her. Ohne Konkurrenz keine Motivation fortzuschreiten, so tönt es seit ich denken kann. In den letzten Jahren sehen wir aber vermehrt Firmen zumindest in ihrer inneren Organisation auf Kooperation zu setzen. Neudeutsch hören wir auch von Collaboration. Aber auch die Zusammenarbeit mit den Kunden kommt mittels Open Innovation voran. Stehen wir vor einem Paradigmenwechsel? Sehen wir eine Verlagerung des Schwerpunkts, weg vom Konkurrieren hin zum Kooperieren?

Konkurrenz und Kooperation

Klar scheint, dass im Menschen beide Veranlagungen für das Überleben angelegt sind. Während die Konkurrenz für die Fortpflanzung wichtig ist und sich dabei das Imponieren zur Darstellung von Fitness für die Partnerwahl bemerkbar macht[1], dient die Kooperation dem Überleben der Gruppe, indem Lösungen zur Minimierung von Gefahren gemeinsam erarbeitet werden.

Kooperation muss einen Vorteil haben, denn sonst wären die Einzeller wohl nie auf die Idee gekommen, sich zu so komplexen Wesen wie dem Menschen zusammenzuschließen. Zumindest, wenn wir vom Ansatz der Evolution ausgehen. Wenn wir der Idee der Holons folgen[2], so müsste sich am Ende die Menschheit als Gesamtorganismus verstehen. Wie sich in unserem Körper nicht die Zellen gegenseitig bekämpfen – nur der Krebs tut dies und führt bekanntlich ungebremst zum Tod – sollten wir Individuen auch in der Lage sein, uns gemeinsam um das Überleben des Gesamtkörpers zu kümmern. Technisch sind wir dazu längst in der Lage, nur fehlt mir noch der Schritt des pubertierenden Menschen in sein Erwachsensein auszustehen.

Mythen der Konkurrenz nach Christian Felber

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