Blinder Optimismus

Optimismus ist sicher unerlässlich für Führungskräfte, aber wie bei allem gilt auch hier die Regel von Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift.“ Blinder und somit unrealistischer Optimismus trivialisiert die zu bewältigenden Aufgaben, negiert die Möglichkeit des Scheiterns und demotiviert die Mitarbeiter.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
Kurt Tucholsky

Das Projekt tiefrot, hektischer Aktionismus und Taskforces haben schon lange die geordnete Arbeit abgelöst, aber das Management betont bei jeder Gelegenheit: „Wir schaffen das!“. Die Mitarbeiter, welche die Probleme ja genauestens kennen, sind dann einerseits fassungslos über so viel Naivität und Weltfremdheit. Andererseits sind sie demotiviert und enttäuscht, weil in der gut gemeinten Botschaft (beabsichtigt oder nicht) mitschwingt: „Das ist doch nicht so schwer. Stellt euch nicht so an!“

The basis of optimism is sheer terror.
Oscar Wilde

Unrealistischer Optimismus ist wie das Pfeifen im dunklen Wald, eine Beruhigung der verängstigten Managerseele. Was nicht sein darf wird schöngeredet. Das Scheitern wird so lange negiert bis das tote Pferd zu riechen beginnt und manchmal sogar noch lange darüber hinaus. Alles auf dem Rücken der Beteiligten, die schon lange nicht mehr an dieses Todesmarsch-Projekt glauben, dafür aber umso mehr angetrieben werden.

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