Loben so schädlich wie Tadeln und Motivieren?

Gerald Hüther spricht von Dressur, wenn man versuche, durch Motivierungsmethoden mehr Leistung von Mitarbeitern herausholen zu wollen (siehe Topartikel Für Prof. Hüther ist es hirntechnischer Unsinn, andere motivieren zu wollen …).

Kleine Kinder fallen über 4.000 Mal auf die Nase und rappeln sich immer wieder selbst auf. Und das tun sie auch, wenn sie nicht gelobt oder getadelt werden. Sie freuen sich von selbst, wenn sie ihre Entwicklung reflektieren. Kann es sein, dass wir mit unserem Konzept des Lobens und Tadelns etwas grundlegend Unzuträgliches für das Selbstvertrauen unserer “Anbefohlenen” machen?

Hannelore Vonier ist dem Thema auf ihrem Blog auf den Grund gegangen. Und da sie ihn zur freien, nicht kommerziellen Verwendung lizensiert hat, möchte ich ihren Artikel hier zur Diskussion stellen:

Lob und Tadel – die Selbstvertrauen zerstörende Kraft, von Hannelore Vonier

Yequana-Kinder
Yequana-Kinder

Kinder verhalten sich von sich aus sozial. Eine Vorstellung, die uns fremd ist. Durch Erziehung wird das natürliche Sozialverhalten untergraben.

Im Dschungel Venezuelas trifft eine junge Amerikanerin auf die Yequana-Indianer. Fasziniert vom offenkundigen Glück dieser “Wilden”, bleibt sie insgesamt zweieinhalb Jahre bei dem Stamm und versucht, die Ursachen dieses glücklichen Zusammenlebens herauszufinden. Vertraute Denkweisen werden ihr dabei immer fragwürdiger, immer größer wird ihre kritische Distanz zu Zivilisation. Sie erkennt, wie unsere Gesellschaft in jedem Menschen neu die angeborenene Glücksfähigkeit zerstört, und schreibt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine Kindererziehung ohne Zivilisationsneurosen. Mit ihrem Buch wurde Jean Liedloff weltbekannt.

Jean Liedloff schreibt viel über die das Selbstvertrauen zerstörende Kraft von Lob und Tadel. Hier ein Ausschnitt: „Loben so schädlich wie Tadeln und Motivieren?“ weiterlesen