Der Weg in die totale Kontrolle …

“Ein Kriminalfall ist es, weil die Begründung der Bargeldabschaffer nicht mit ihren tatsächlichen Absichten übereinstimmt und weil die Folgen zu gewaltigen Umverteilungen führen werden, derer sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht bewusst sind.”

Wirtschaftsdemokraten sprechen von Beteiligung, Vertrauen und Transparenz. Von Selbststeuerung statt Fremdsteuerung. Da passt Kontrolle als Gegenteil von Vertauen so gar nicht ins Bild. Aber genau das müssen wir seit 9/11, spätestens aber mit dem Beginn der Wirtschaftskrise 2008 zunehmend beobachten. Unsere Politiker verabschieden mit dem Argument für mehr Sicherheit immer mehr Gesetze, die uns kontrollieren sollen. Aber es sollen nicht nur die Geheimdienste wie die Datenkraken NSA und sein kleiner deutscher Ableger BND alles über uns wissen. Das nächste Ungemach kommt uns nun mit der Abschaffung des Bargelds forciert von den Stakeholdern der Banken. Einem Wirtschaftsdemokrat dürfte das mit Blick auf eine gewünschte Vertrauenskultur so gar nicht schmecken.

Ich möchte hier den Faden der beiden Artikel von Conny Dethloff aufgreifen. In seinem ersten Artikel hat er aufgezeigt, was der grundsätzliche Fehler in unserem Finanzsystem ist, so dass laufend Geld von Arm nach Reich fließt. Ergebnis: den 62 reichsten Familien gehört inzwischen die halbe Erde, Tendenz exponentiell beschleunigend. In seinem zweiten Artikel hat er ein Geldsystem vorgestellt, das zum Nutzen Aller und nicht nur Weniger ist und für ein faires Wirtschaften sorgt. Mein aktueller Artikel soll nun aufzeigen, welche Kreise mit ihren “Vordenkern” die Einführung eines solchen Geldsystem nicht nur verhindern sondern noch stärker absichern wollen.

Norbert Häring (Foto: Homepage)
Norbert Häring (Foto: Homepage)

Norbert Häring, Autor und Journalist, schreibt seit Jahren respektlos und allgemein verständlich über ökonomische Zusammenhänge. Nun liegt sein neues Buch vor, zu dem er aufgrund seiner tiefgehenden Erkenntnisse überredet wurde, vor: Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle. Aus diesem Buch möchte ich die wichtigsten Fakten zusammenfassen. Vielleicht können wir ja den nächsten “Putsch” unseres Bundestages (für mich gab es da schon einige Entscheidungen, die so in einem Volksentscheid nicht durchgegangen wären, zuletzt der Rettungsschirms namens ESM-Vertrag) verhindern, wenn wir wissen, was für uns gut ist.

Rundfunkgebühren via Bargeldzahlung

„Der Weg in die totale Kontrolle …“ weiterlesen

Von Komplexithoden …

“Kompliziertheit ist das Maß unseres Unwissens. Komplexität ist das Maß von Überraschung.”, Niels Pfläging

Dennoch bleibt bestehen – und das ist aufschlussreich -, dass es in jedem Zeitalter nur eine Handvoll Menschen gibt, deren Wirken die Gesellschaft vor der völligen Degeneration bewahrt. Die Tradition will es, dass diese wenigen allzeit anonym bleiben und dass sie es sind, denen die Berühmten die Inspiration verdanken.
Henry Miller, Literat und Querdenker, gestorben 1980

Ich hatte den Querdenker und damit auch Provokateur Niels Pfläging zuletzt in dem Artikel Sind Business Consultants Scharlatane? vorgestellt. In den folgenden Video referiert in seinem neuen Buch, Komplexithoden: Clevere Wege zur (Wieder)Belebung von Unternehmen und Arbeit in Komplexität (Co-Autorin: Silke Hermann, Illustrator: Pia Steinmanndarüber, dass in den heute extrem dynamischen Märkten die alten Methoden des letzten Jahrhunderts nicht mehr greifen. In der Endphase der Industrialisierung hatten wir einen “blauen” Markt, in der Planwirtschaft funktionierte, in der es wenig Überraschungen gab. Seit Beginn der Globalisierung (ca. 19080) sind wir in “rote” Märkte eingetreten, in denen Überraschungen die Regel sind und hier starre Prozesse eher hinderlich, wenn nicht gar tötlich wirken. „Von Komplexithoden …“ weiterlesen

Haben wir die falschen Führungskräfte?

Gutes Management zeigt sich in einer lebendigen und mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur mit einer hohen Umgangsqualität.

“Viele Führungspositionen in deutschen Unternehmen werden mit den falschen Leuten besetzt“, so schlussfolgerte der Verbandspräsident des Bundesverbands der Personalmanager Joachim Sauer in der Allgemeinen Frankfurter Sonntagszeitung. Oft machten Fachleute Karriere, die den Anforderungen nicht gewachsen seien. Diese Entwicklung führt in zu vielen Fällen zu gravierenden Führungsfehlern. Und diese haben für die Wirtschaft weit mehr Kosten zur Folge als jede Anhebung der Lohnnebenkosten. Was läuft also falsch? Wie ist es um die Führungskultur im Unternehmen bestellt?

Dringend erforderlich ist eine offene Debatte über die Anforderung an Führungskräfte und mehr Transparenz bei der Besetzung von Führungspositionen. Die spektakulären Fälle von Führungsfehlern aus der jüngsten Vergangenheit haben die Frage nach der Qualität von Führungskräften stärker in den Fokus gerückt. Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp trennte sich nach Milliardenverlusten und Compliance-Verstößen gleich von seinem halben Vorstand. Die Führung der Deutschen Bahn musste einräumen, dass der Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofes weitere Milliarden verschlingen wird. Deshalb muss sich die Aufmerksamkeit auf die häufigsten Fehler richten, die bei der Besetzung von Führungspositionen gemacht werden. So werden bevorzugt ausgewiesene Fachleute befördert, ohne ihre Führungstauglichkeit zu prüfen. Den Vorzug erhalten auch oft besonders durchsetzungsstarke Personen oder solche, die am längsten im Unternehmen sind. „Haben wir die falschen Führungskräfte?“ weiterlesen

Wirtschaft und Demokratie – drei Bücher

Wird überhaupt noch darüber gestritten, ob das Ziel eines Unternehmens maximaler Gewinn sei oder seine gedeihliche Existenz als Sozialgebilde?

Inzeuch_300dpi_cmyk mancher Arbeitsumgebung wird darüber nicht einmal gesprochen – darauf deuten zumindest Studien wie der Gallup Engagement Index hin, die Andreas Zeuch am Anfang seines Buches „Alle Macht für niemand“ heranzieht. Sie besagen, dass ca. 20 % der Mitarbeiter innerlich gekündigt haben bzw. „Dienst nach Vorschrift“ schieben.

Während des vergangenen Jahrzehnts seien den Unternehmen dadurch jährlich im Mittel etwa 100 Milliarden € verloren gegangen, rechnet Zeuch vor. Quelle der Unlust und ihrer Folgeschäden – darüber sind fast alle Autoren in den drei hier vorgestellten Bücher mit ihm einig – ist meist der Mangel an Eigenverantwortlichkeit und Mitbestimmung der Beschäftigten. Der Sinn ihrer Tätigkeit hat wenig oder nichts mit eigenen Intentionen zu tun, er geht über den schieren Gelderwerb kaum hinaus, die Strukturen sind hierarchisch – oft wird so vor allem die Verantwortungslosigkeit organisiert. Was daraus wird, zeigt das Beispiel VW – es gibt zahllose andere. „Wirtschaft und Demokratie – drei Bücher“ weiterlesen

Stress am Arbeitsplatz – wirksame Lösungen finden wir, wenn wir anders denken

Es gibt zwei zentrale Ansatzpunkte, den Leistungsdruck auf die Mitarbeiter zu mindern bzw. ihnen zu ermöglichen besser und gesünder zu arbeiten: ein effizienterer Umgang mit Informationen und eine Organisationsform, die sich nach den Menschen, ihren Motivationsfaktoren und Stärken ausrichtet (Social Enterprise)

Ist zwar schon was her, dass von der Bundesarbeitsministerin U. von der Leyen der “Stress Report 2012” der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vorgestellt (siehe z.B. Bericht der ARD Tagesschau vom 29.01.2013) wurde … Dennoch möchte ich eine immer noch aktuelle Aussage der Studie aufgreifen: der Stress am Arbeitsplatz nimmt immer weiter zu – damit einhergehend ist eine deutliche Steigerung der Krankheitstage, die in psychischen Erkrankungen begründet liegen, zu verzeichnen (+80% in den vergangenen 15 Jahren).

“Wenn es schwieriger wird, müssen wir die Anstrengungen verstärken” ist die Devise, mit der viele Unternehmen dem steigenden Wettbewerbs- und Erfolgsdruck begegnen. Sie machen immer das Gleiche, nur schneller – mit der Folge, dass der Leistungsdruck auf den Einzelnen zunehmend größer wird. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen:

  • ob es das Streben nach Wachstum und Gewinnmaximierung oder ein harter Wettbewerb am Markt ist – die Steigerung der Produktivität ist ein Dauerthema in den Unternehmen
  • Steigerung der Produktivität bedeutet, dass man entweder mehr verkauft oder das Gleiche mit weniger Einsatz (=u.a. Personal) schafft. Idealerweise sogar beides: mehr verkaufen mit weniger Einsatz
  • dies führt unmittelbar dazu, dass der Druck und die Erwartungen an den einzelnen Mitarbeiter steigt. Dies zeigt sich z.B. in jährlichen Steigerungen der Zielvorgaben an die Mitarbeiter, die mit gleichen Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, Werkzeuge, …) erreicht werden sollen
  • oftmals wird zusätzlich die Angst um den Arbeitsplatz als “Motivationsfaktor” missbraucht (“wenn Sie es nicht schaffen, macht es bald ein Anderer!”)

„Stress am Arbeitsplatz – wirksame Lösungen finden wir, wenn wir anders denken“ weiterlesen

Effizient zusammen arbeiten durch eine prozessorientierte Ablage

Organisationen aber, die sich darauf eingelassen haben, alle Informationen transparent miteinander zu teilen, berichten von einem immensen positiven Kulturwandel: Es wird gemeinsam an einem Strang gezogen.

Viele Unternehmen und Verwaltungen sind klassisch nach Abteilungen organisiert. Wenn sich diese Abteilungen zu “Fürstentümern” verselbständigen und sich Silodenken breit macht, stellt das eine kulturelle Hürde dar, die den notwendigen Weg in einer dynamischer werdenden Welt zu mehr Agilität behindert. Wie kann man Schritte zu einer Kulturänderung angehen? Kultur verfestigt sich zu Strukturen, Strukturen stützen die vorhandene Kultur. Wir haben in Projekten Erfahrungen sammeln können, wie geänderte Ablagestrukturen positive Kulturänderungen befördern.

Dateiablagen in geschützten Abteilungsordnern
Ablagestruktur in geschützten Abteilungsordnern auf einem File-Server

Unternehmen, die das Silodenken in ihren Fürstentümern wollen und ein Arbeiten in reibungslosen „Effizient zusammen arbeiten durch eine prozessorientierte Ablage“ weiterlesen